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Gemeinsamer Jahresbericht der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke für das Jahr 2010

Der Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke liegt in den Jahren 2010 und 2011 bei der Staatsbibliothek zu Berlin. Dieser Bericht wurde von der vorsitzenden Bibliothek erstellt und basiert auf den Jahresberichten der sechs Partnerbibliotheken.

Seit nunmehr über 20 Jahren besteht die erfolgreiche Zusammenarbeit der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke. Die nach Zeitscheiben gegliederte Aufgabe verteilt sich wie folgt auf die Partnerbibliotheken:

1450-1600Bayerische Staatsbibliothek, München (BSB)
1601-1700Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel (HAB)
1701-1800Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB)
1801-1870Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt/Main (UB Frankfurt)
1871-1912Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (SBB-PK)
Ab 1913Deutsche Nationalbibliothek (DNB)

Finanzielle Situation

Tab. 1: Übersicht der Erwerbungsausgaben 2009 und 2010 in EUR

2009

2010

BSB München155.194179.149
HAB Wolfenbüttel166.564170.103
SUB Göttingen120.637144.101
UB Frankfurt102.209124.007
SBB-PK Berlin72.409124.576
DNB108.443143.239
Summe725.456885.175

Bei der BSB München erhöhte sich die Etatzuteilung für die Sammlung Deutscher Drucke im Jahr 2010 auf 200.000 EUR. Wegen einer im Herbst 2010 verhängten zusätzlichen Haushaltssperre von 10 % konnte dieser Ansatz jedoch nicht in Gänze verausgabt werden.

In Wolfenbüttel konnte 2010 erfreulicherweise der im Vergleich zu den Vorjahren erhöhte Ansatz der Erwerbungsmittel für die Sammlung Deutscher Drucke gehalten werden, insgesamt standen der Arbeitsstelle mehr als 170.000 EUR zur Verfügung. Die im Vergleich zu früheren Jahren ungewöhnlich hohe Zahl der Titel und die große Differenz zwischen Werken und physischen Einheiten beruht auf dem Ankauf eines umfangreichen Konvolutes von rund 350 Einzeltiteln. Daraus erklärt sich auch der äußerst günstige Durchschnittspreis von unter 250 EUR je Titel, der deutlich unter dem Niveau von 2009 (440 EUR) und auch früherer Jahre liegt (350-380 EUR).

Der SDD-Erwerbungsetat der SUB Göttingen blieb mit 140.000 EUR stabil, dazu kamen Restmittel aus dem Jahr 2009.

An der UB Frankfurt sind die Literaturausgaben gegenüber den beiden Vorjahren (2008: 102.754,15 EUR, 2009: 102.208,72 EUR) erfreulicherweise deutlich gestiegen.

Das Erwerbungsgeschehen in der Staatsbibliothek zu Berlin wurde auch im Berichtsjahr 2010 durch eine späte Freigabe des Erwerbungsetats negativ beeinflusst. Die normale Erwerbung konzentriert sich so auf die mittleren beiden Quartale, dazu kommen ggf. einzelne hochpreisige Erwerbungen zum Jahresende.

Bei der DNB erfolgen Ausgaben nur für Lückenschließungen vor 1993 und Ergänzungen der Exilsammlungen. Die Ausgaben richten sich hier vorrangig nach dem Angebot.

Zugang

Tab. 2: Übersicht über den Zugang (incl. Geschenke) in 2009 und 2010 im Bereich SDD

Bibliografische Einheiten (BE)

Physische Einheiten (PE)

2009

2010

2009

2010

BSB München173213112190
HAB Wolfenbüttel376698328273
SUB Göttingen332332343348
UB Frankfurt836994823887
SBB-PK Berlin8001.4267771.430
DNBk.A.k.A.

*Gesamtzuwachs 2009 bzw. 2010. Die DNB setzt sich als eine Institution aus drei Standorten zusammen: Leipzig, Frankfurt am Main und Berlin. Die Standorte weisen einen gemeinsamen Gesamtbestand aus. Zum 1. Dezember 2010 wurde der Berliner Standort mit dem Deutschen Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek komplett nach Leipzig verlegt. Die Ablieferung der Pflichtexemplare von Musikalien und Tonträgern wurde auf Leipzig umgestellt. - Zuwachs inklusive Online-Publikationen.

Tab. 3: Übersicht über die durchschnittlichen Ausgaben je Bibliografischer Einheit (BE) in EUR

2009

2010

BSB München897853
HAB Wolfenbüttel443244
SUB Göttingen363460
UB Frankfurt126130
SBB-PK Berlin173162
DNB21*39*

*Durchschnittspreis je PE für retrospektive Lückenschließungen und Ergänzungen der Exilsammlungen

Wie in den Vorjahren zeigt sich, dass die durchschnittlichen Ausgaben pro bibliografische Einheit (BE) umso höher sind, je weiter man in die Vergangenheit zurückgeht (s. Tab. 3). In Wolfenbüttel, Göttingen und Berlin wurde die seit einigen Jahren praktizierte Verlagerung der Erwerbung auf den Niedrigpreissektor nicht weiter fortgesetzt.

Erworben wird auf Buchauktionen und im Antiquariatshandel. Der Ankauf von Privatpersonen spielt nur eine untergeordnete Rolle. Auf den Auktionen vertreten sich die SDD-Bibliotheken gegenseitig und nehmen auch Gebote für andere Bibliotheken wahr.

Verteilung nach Fachgebieten

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, in denen der Schwerpunkt für das 16. Jahrhundert im Bereich der Theologie lag, dominiert im Jahr 2010 eindeutig das Fach Medizin bzw. Veterinärmedizin, gefolgt von den Fächern Theologie, Politik und Verwaltung sowie mit einigem Abstand Klassischer Philologie. Neben dem Inhalt ist die Seltenheit ein wichtiges Kriterium: Ausgaben, die im VD 16 nicht bzw. lediglich mit einem bibliografischen Nachweis oder nur mit Exemplaren in ausländischen Bibliotheken verzeichnet sind, besitzen für den Ankauf höchste Priorität.
Ein Erwerbungsschwerpunkt für das 17. Jahrhundert war der Ankauf zweier umfangreicher Konvolute, die gemeinsam mehr als die Hälfte der erworbenen Titel ausmachen: zum einen 341 Epicedien überwiegend aus Königsberg (Begräbnis-, Leichen- oder Trostgedichte), zum anderen 34 deutschsprachige Flugschriften und Flugblätter aus dem 30-jährigen Krieg. Ein weiterer Akzent konnte im Bereich alchemistischer Literatur gesetzt werden. Von diesen mehrheitlich hochpreisigen Drucken (Durchschnittspreis der Erwerbungen 2010 rund 1.188 EUR) konnten im Berichtsjahr 14 Werke angekauft werden. Bevorzugt erworben werden Titel ohne bisherigen Nachweis im VD 17.
Im Zeitraum 1701-1870 dominieren deutsche Philologie, Geschichte und theologische Werke sowie für das 19. Jahrhundert Allgemeines und Land- und Hauswirtschaft.
An der SBB Berlin liegt, bezogen auf die Summe der verausgabten Mittel, die Fachgruppe Geographie an der Spitze. Diese Tatsache spiegelt die Erwerbungen der Kartenabteilung im SDD-Segment wider, ebenso wie das zweitplatzierte Fach Musik, Theater, Tanz, Film die der Musikabteilung. Darüber hinaus ist ein hoher Anteil in den Fächern Theologie, Pädagogik, Medizin und deutscher Literatur zu vermelden.

Tab. 4 Systematische Verteilung der Erwerbungen (Kauf) 2009 und 2010 auf die Fachgebiete in PE (BSB, SUB, UB FfM, SBB) bzw. BE (HAB)*

BSB
(1450-1600)

HAB
(1601-1700)

SUB
(1701-1800)

UB Ffm
(1801-1870)

SBB
(1871-1912)

2010

2009

2010

2009

2010

2009

2010

2009

2010

2009

Allgemeines Buch21016086851240
Philosphie36931697423
Psychologie0000101201
Theologie4445138149578315683916
Pädagogik0323752521803
Gesellschaft0215246000
Politik3025136461523810
Wirtschaft102232823274
Recht4104714334113249
Naturwissenschaften02425159120
Mathematik003265191111
Physik, Astronomie5259454661
Chemie, Alchemie001810731409
Geowissenschaften0010002410
Biologie000031171423
Medizin, Tiermedizin536737192665597914
Technik00209414252230
Land- und Hauswirtschaft101025968675413
Architektur, Kunst10102216978
Musik, Theater13112110131011889
Sport, Spiele0010302025335
Allgem. Literaturwiss.0002000135
Englische Philologie002096151446
Deutsche Philologie4436736701252641438767
Romanische Philologie00462814172137
Klassische Philologie16988327302
Slawische Philologie0020004201
Sonstige Philologie000011221506
Geschichte1810123220601096532
Geographie, Reisen01847716133624
Sonstiges0006000000
Summe178112696376323343994818725469

*Bei Sammelbänden erfolgt die Fachzuteilung jeweils nach dem ersten Band.

Tab. 5 Verteilung der Erwerbungsausgaben in EUR auf die Fachgebiete im Berichtsjahr 2010

DBS-Fachgebiet

HAB
(1601-1700)

SUB
(1701-1800)

UB Ffm
(1801-1870)

SBB
(1871-1912)

Allgemeines Buch02.295,0013.143,921.422,00
Philosophie6.193,872.430,001.039,151.814,00
Psychologie0372,0090,000
Theologie41.095,8424.130,0011.724,475.934,04
Pädagogik778,532.204,002.288,883.715,50
Sozialwissenschaften480,00329,001.180,680
Politik31.653,48831,003.260,73979,68
Wirtschaft1.126,711.122,001.955,001.406,50
Recht5.193,261.014,005.223,8961,00
Naturwissenschaften1.396,482.086,00628,55440,00
Mathematik6.749,171.875,001.423,11424,94
Physik, Astronomie2.726,901.946,00597,75833,74
Chemie, Alchemie15.660,906.873,00682,500
Geowissenschaften1.377,090230,00475,00
Biologie05.146,004.657,6928,00
Medizin, Tiermedizin5.858,326.689,008.740,845.676,58
Technik2.361,807.604,001.078,972.860,66
Land- und Forstwirtschaft928,5014.727,0011.633,134.156,26
Architektur, Kunst350,00782,004.331,28738,50
Musik, Theater1.245,00501,001.068,897.308,18
Sport, Spiele2.978,882.450,002.883,26947,33
Allgem. Literaturwiss.000271,50
Englische Philologie262,154.850,001.102,19527,00
Deutsche Philologie26.004,9822.004,0021.729,939.463,32
Romanische Philologie1.722,7315.674,001.866,77264,50
Klassische Philologie1.399,91548,00730,240
Slawische Philologie00988,810
Sonstige Philologie450,2604.046,690
Geschichte3.573,2311.085,007.563,096.676,79
Geographie, Reisen8.534,744.533,008.111,3662.923,61
Summe170.102,73  144.100,00  124.001,77* 119.348,63*

(Für die BSB München und die DNB liegen hierzu keine Daten vor.)

*Die Abweichung zur Summe von 124.007 EUR (UB FfM) bzw. 124.576 EUR (SBB) ergibt sich aus der Differenz zwischen Haushalts- und Bibliothekssystem (Buchung in verschiedene Haushaltsjahre, Währungsschwankungen).

Ausgewählte Erwerbungen

1450-1600 BSB München

Vigiliae defunctorum secundum ordinem Coloniensem. Basel, 1488-1489. Sehr seltene Inkunabelausgabe einer Totenmesse in Rot- und Schwarzdruck.

Johannes Andreae: Arbor consanguinitatis. Wien: Johann Winterburger, 1505. Sehr seltener Wiener Frühdruck aus der Offizin des Johannes Winterburger von dem bedeutenden Rechtsgelehrten des Mittelalters, Johannes Andreae, der zahlreiche Werke der zeitgenössischen Rechtsgeschichte verfasste.

Ahărôn aus Pesaro: Generationes Ahronis. Index locorum Bibliocor. in Talmude expositorum. Freiburg im Breisgau: Ambrosius Froben, 1583/84. Äußerst seltenes Register der im babylonischen Talmud zitierten Bibelstellen in der Reihe ihres Vorkommens in der Bibel, im Pentateuch unter Angabe der Perikopen. Diese Erstausgabe wurde 1583 in der Offizin von Ambrosius Froben begonnen und laut Kolophon zwischen dem 8. August und 5. September 1584 beendet.

1450-1800 BSB München / Musikdrucke
Das bedeutendste Stück der zwölf in 2010 erworbenen Notendrucke ist der Hochzeit Gesang aus dem Hohen Liede Salomonis am 4. Cap. des in enger lutherischer Tradition stehenden Dichters und Komponisten Bartholomäus Gesius. Er wurde 1607 in dessen Heimatstadt Frankfurt an der Oder in Form von 8 Stimmen verlegt (Mus.pr. 2010.186). Diese Gelegenheitskomposition steht ganz in der Tradition der »Epithalamien« und ist eines der seltenen Dokumente für den deutschen Notendruck mit mehrstimmiger Musik nach 1600.

1601-1700 HAB Wolfenbüttel

Jean de Prechac: Des Gros-Vezirs Cara Mustapha Historie, Worinnen kürtzlich enthalten/ desselben Erziehung/ Liebesgeschichte im Serrail, …warumb er sich die Belägerung der Stadt Wien. Hamburg: Georg Wolff, 1685. Bislang im VD 17 nicht nachgewiesene deutsche Übersetzung des Türken-Romans von Jean de Prechac. In einem Sammelband zusammen mit drei weiteren seltenen barocken Romanen und Simpliziaden.

Nicolaus Person: Novae Archiepiscopatus Moguntini Tabulae. Mainz [ca. 1690]. Nur in einem weiteren Exemplar bekannter einziger Spezialatlas über das Erzbistum Mainz.

1701-1800 SUB Göttingen

Nicolas Bricaire de la Dixmerie: Moralische und Philosophische Erzählungen: Aus dem Französischen übersetzt. Leipzig: Hilscher, 1766. Erste deutsche Ausgabe, kein Exemplar über den KVK nachgewiesen.

Anonym: Geschichte eines empfindsamen Greises, zum Vergnügen und Nachdenken. Leipzig und Frankfurt, 1780. Vorlesungen eines alten Philosophen an seinen Schüler im Sinne der Spätaufklärung. Kein Exemplar über den KVK lokalisierbar.

Johann Peter von Kling: Anleitung zum Kartoffel- oder Erdäpfelbau: Dem Baierischen Landmanne gewidmet. München: Strobel, 1880. Einzige Ausgabe der seltenen Kleinschrift über den Kartoffelanbau und die Bereitung des Ackers bis zur Ernte. Der Titel ist über den KVK nicht nachgewiesen.

1801-1870 UB Frankfurt

Christian Armbruster: Die sieben letzten Posaunen oder Wehen: wann sie anfangen und aufhören und von den 70 Danielischen Wochen und 72 prophetischen Monaten; von der Zahl 666 als das Mahlzeichen des Thiers, von dem Gläsernen Meer, von den zwei Zeugen, von der Zukunft Christi in welchem Jahr und Monat diese erfolgen soll, von dem tausendjährigen Reich und ewigem Evangelium, Gok und Magok und jüngsten Gericht, aus der heil. Schrift bewiesen. Bännökheil: Armbruster, 1813. Bei dem hier erworbenen apokalyptischen Werk handelt es sich um ein recht ungewöhnliches Buch, denn es ist weder bekannt, ob Bannökheil ein real existierender Ort war (USA?) noch ist genaueres über den Autor Christian Armbruster in Erfahrung zu bringen. In der Literatur wird als Datum der Erstausgabe meist 1814 angegeben, aber in der hier vorliegenden Ausgabe steht auf dem Titelblatt 1813 und noch dazu »dritte verbesserte« Auflage.

Philipp Lorenz Geiger und Justus von Liebig: Aufruf an die Apotheker im südlichen Deutschland zu einem Apotheker-Verein im südlichen Deutschland und zur Begründung eines Tauschvereins mit pharmaceutischen und rein chemischen Gegenständen. S. l., ca. 1831. Philipp Lorenz Geiger (1785-1836) widmete sich nach seiner Habilitation an der Universität Heidelberg ab 1821 ganz seiner wissenschaftlichen Arbeit, die sich vorrangig mit Alkaloiden beschäftigte. Er schrieb ein in mehreren Auflagen erschienenes »Handbuch der Pharmacie« und war gemeinsam mit dem bekannten deutschen Chemiker Justus von Liebig (1803-1873) Mitherausgeber der »Annalen der Pharmacie«. Eine wichtige Rolle spielte bei der Gründung des Apothekervereins auch der Darmstädter Apotheker Heinrich Emanuel Merck (1794-1855).

Japan: eine Schilderung von dem Umfange, der Lage, Staatsverwaltung, Kriegsmacht dieses Reichs und von den Sitten, Gebräuchen, Religion, Künsten, Wissenschaften, Handel, Ackerbau seiner Bewohner. Berlin: Hasselberg, [1831]. Kapitelweise werden politische und kulturelle Themengebiete wie etwa Regierungsform, Umgang mit Fremden, Sprache, Kleidung, Bräuche etc. abgehandelt. Illustriert wird dies von 20 kolorierten Kupfertafeln.

1871-1912 SBB-PK Berlin / Abteilung Historische Drucke

Dank der vollständigen Finanzierung durch den Freundes- und Förderverein der SBB ist es gelungen, die dritte selbstständige Buchveröffentlichung Rainer Maria Rilkes aus dem Jahr 1896 zu erwerben. Es handelt sich um die seltene Erstausgabe des Dramas Jetzt und in der Stunde unseres Absterbens, erschienen 1896 im Selbstverlag in Prag. Das Drama war das zweite Stück der von Rilke begründeten Schriftenreihe Wegwarten, derer erster Teil sich bereits seit jeher in der SBB befand. - Wenige Wochen später konnte auf der Frankfurter Antiquariatsmesse auch das ebenfalls 1896 erschienene dritte - und zugleich letzte - der Wegwarten-Hefte erstanden werden, eine Lyrikanthologie mit dem Titel Deutsch-moderne Dichtung, an der sich auch Gustav Falke und Christian Morgenstern beteiligten.

Bulcke, Carl: Irmelin Rose: Roman, Dresden: Reißner und Quedlinburg: Klöppel [Drucker], 1908. Den Umschlag sowie den Einband des Buches entwarf Prof. Henry van de Velde in Weimar.

1871-1912 SB Berlin / Kinder- und Jugendbuchabteilung

Am Ende des Jahres konnte durch zusätzliche Mittel die äußerst seltene Erstausgabe von Christian Morgensterns Osterbuch (Berlin: Cassirer, 1908) aus Privatbesitz angekauft werden. Die Publikation dieses herausragenden Bilderbuchs, die eigentlich zu Ostern erfolgen sollte, hatte sich wegen schleppender Lieferung der Illustrationen durch den Künstler Konrad Ferdinand von Freyhold verzögert. Der Band erschien deshalb erst zum Weihnachtsgeschäft 1908 und erhielt den saisonunabhängigen Umschlagtitel Hasenbuch. Nur drei Exemplare sind bekannt, die den ursprünglich für das Buch vorgesehenen Einband mit dem Titel Osterbuch aufweisen. Eines dieser Exemplare, das aus dem Familienbesitz des Illustrators stammt, befindet sich jetzt in der SBB.

1801-1912 SBB-PK Berlin / Kartenabteilung

Heinrich Albrecht (Konstrukteur): Diesterwegscher astronomischer Tisch (Schul-Armillarsphäre). - Berlin : Schotte, 1894. Ein überaus seltenes Instrument!

Richard Andree: Stora Handatlas: i attiosex kartor med svensk förklarende text (af Hjalmar Gullberg) (Karten in deutscher Sprache). - Stockholm : Bonnier, 1881.

Über Land und Meer: lehrreiches Gesellschaftsspiel für Jung und Alt, Berlin: Sala, um 1885. Sechs Spielbretter (Kontinentkarten) mit 200 Namensmarken von Flüssen, Städten und Gebirgen, geographische Fragen und Fähnchen in der Originalkiste.

1801-1945 SBB-PK Berlin / Musikabteilung

Zu erwähnen ist die Erwerbung eines Konvoluts von 63 Heften mit Klaviermusik deutscher Verleger des 19. Jahrhunderts. Dabei handelt es sich meist um Einzelausgaben »kleinerer« Meister, die einzeln nur mit hohem Aufwand zu beschaffen gewesen wären.

1913ff. DNB

Emily Dickinson: Ten poems, [Amsterdam]: [Balkema], 1944. Erste Publikation der Buchgestalterin Susanne Heymann, die das vorliegende Werk auch mit Kalligrafien ausstattete. Es wurden nur 55 Exemplare hergestellt.

Konvolut russischer Flugblätter aus dem 2. Weltkrieg, in deutscher und russischer Sprache: 1. Deutsche Soldaten! Lasst Euch raten ... Einsatzzeit 1942; 2. Wo ist mein Vati? Einsatzbeginn 1942, Auflage 300.000 St.; 3. Ich weinte nicht mehr, wenn Hitler nicht wär! Einsatzzeit: 1942, Auflage 500.000 St. Flugblätter besitzen große Bedeutung als dokumentarische Geschichtsquelle. Obwohl häufig in Millionenauflagen verbreitet, sind von ihnen heute oft nur noch einzelne Exemplare erhalten geblieben. Auch im Zweiten Weltkrieg wurden Flugblätter und -schriften als Nachrichtenträger, psychologisches Kampfmittel und Teil der Kriegspropaganda eingesetzt. Sowjetische Flugblätter trugen häufig den Aufdruck »Passierschein« und versprachen gute Behandlung, sollten die Soldaten sich zum Gang in die Kriegsgefangenschaft entschließen.

Thomas Mann: Thamar, von Ernst Gottlieb und Felix Guggenheim herausgegebene und besorgte Ausgabe, Los Angeles: Pazifische Presse, 1942. Vom Autor signiertes Exemplar Nr. 98 (von 250).

Erschließung und Digitalisierung

Die Erwerbungen der AG SDD werden ab Erscheinungsjahr 1501 in den Partnerbibliotheken sowohl im lokalen OPAC als auch im jeweiligen Verbund-OPAC nachgewiesen. Zeitschriften werden darüber hinaus in der ZDB verzeichnet. Die HAB Wolfenbüttel und die UB Frankfurt bieten Neuerwerbungslisten an.

Alle Neuerwerbungen der BSB werden kontinuierlich in die Datenbank des Bibliotheksverbundes Bayern eingearbeitet. Außerdem werden die Neuzugänge des 16. Jahrhunderts in das Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des XVI. Jahrhunderts (VD 16) aufgenommen, Inkunabeln in den BSB-Inkunabelkatalog; sie werden zusätzlich im Inkunabel-Census für die Bundesrepublik Deutschland und damit auch im internationalen Incunabula Short Title Catalogue (ISTC) erfasst. Die Musikdrucke werden zusätzlich im Répertoire International des Sources Musicales (RISM) erschlossen. Die im Rahmen des DFG-Projekts »Digitalisierung der im deutschen Sprachgebiet erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts« in der Bayerischen Staatsbibliothek nach einer kurzen Unterbrechung in einem neuen Nachfolgeprojekt durchgeführte Digitalisierung wird unter steter Verbesserung des objektbezogen optimalen technischen Verfahrens und partiell in Zusammenarbeit mit Google fortgeführt. URN und URL von derzeit ca. 20.000 Digitalisaten (mit Angabe von Bibliothek und Signatur als Hinweis auf die exemplarspezifischen Besonderheiten) sind im VD 16, im Bayerischen Verbundkatalog und im lokalen Katalog der BSB sowie in Europeana, WorldCat und ZVDD verzeichnet. Auch die 2008 begonnene Digitalisierung der Inkunabelausgaben in der Bayerischen Staatsbibliothek läuft kontinuierlich weiter. Inzwischen sind 4.646 Inkunabeln digitalisiert und ikonographisch erschlossen. Die Digitalisate der Inkunabelausgaben werden stets auch im Bibliotheksverbund Bayern und daraus abgeleitet im lokalen Katalog der BSB nachgewiesen. Die Digitalisate werden auch für Europeana zur Verfügung gestellt.

Seit der Einspielung der VD17-Daten in den GBV im Jahr 2008 sind Katalogisate des Einzugsbereichs VD 17 nur noch als Fremddaten vorgesehen. Daher werden die von der Sammlung Deutscher Drucke 1601-1700 erworbenen Titel zunächst in der VD17-Datenbank nach dem Standard der nationalbibliographischen Aufnahmen erschlossen und dann in den GBV eingespielt. Die Provenienzen werden weiterhin ausführlich nach den »Empfehlungen zur Provenienzverzeichnung« der AAD (AG Alte Drucke) erschlossen. In verschiedenen meist DFG-geförderten Projekten und in Eigenleistung engagiert sich die Herzog August Bibliothek besonders in der Digitalisierung von Drucken des 17. Jahrhunderts. Die Daten werden über verschiedene Portale wie das ZVDD, das VD 17 und den GBV nachgewiesen und können über eine OAI-Schnittstelle heruntergeladen werden. Mittlerweile sind rund 840 SDD-Erwerbungen innerhalb der diversen Digitalisierungsprojekte der HAB digitalisiert, etwa die Hälfte fällt dem Projekt Dünnhaupt Digital zu.

Die SUB Göttingen sorgte für umfangreiche Datenimporte (samt Qualitätsanalyse) ins ZVDD sowie vollständiges Redesign und Relaunch des Portals. Der in den vergangenen Jahren bedauerlicherweise entstandene Verzug bei der Katalogisierung der SDD-Neuerwerbungen in der SUB Göttingen konnte im Berichtsjahr noch nicht aufgelöst werden, jedoch ist hier durch die Teilnahme am VD18-Projekt mit einer erheblichen Reduzierung der Rückstände im Jahr 2011 zu rechnen.

Die UB Frankfurt/Main zeigt seit November 2009 bei allen monographischen Neuerwerbungen, die dies unter Gesichtspunkten der Bestandserhaltung zulassen, Titelblatt und - soweit vorhanden - Inhaltsverzeichnis im OPAC mit an.
Gemeinsam mit der European Association for Jewish Culture (London) koordiniert die UB Frankfurt das EU-Projekt »Judaica Europeana«, an dem weitere zehn Partner aus insgesamt sieben Ländern teilnehmen. Das Projekt, das offiziell am 1.1.2010 startete, wird aus dem eContentplus-Programm der Europäischen Kommission gefördert und ist Teil der »Europeana«. Ziel ist ein mehrsprachiger digitaler Zugriff auf jüdische Kulturgüter Europas. Bereits im Februar 2010 ging die dazugehörige Website online. Die UB Frankfurt wird die Digitalisierungsprojekte einbinden, die sie als zuständige Sondersammelgebietsbibliothek für die Wissenschaft vom Judentum in den letzten Jahren erfolgreich durchgeführt hat. Dabei handelt es sich um die digitalen Ressourcen Jiddische Drucke, »Jüdische Periodika im deutschsprachigen Raum« (Compact Memory) und die Judaica-Sammlung Frankfurt. Neuerdings wurde mit der Digitalisierung von Handschriften aus diesem Kontext begonnen.
Als Sondersammelgebietsbibliothek für Biologie stellte die UB Frankfurt 2010 gemeinsam mit dem Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem einen DFG-Antrag zur Digitalisierung deutscher botanischer Zeitschriften 1753-1914. Eine Bewilligung liegt noch nicht vor.

Karten und Atlanten der SBB Berlin werden bis 1850 in der IKAR-Datenbank aufgeführt, alle weiteren im OPAC. Seit 2008 werden bereits im Rahmen des Erwerbungsgeschäftsgangs grundlegende Daten zu Verlagseinbänden im Bibliothekskatalog der SBB Berlin erfasst.

An der DNB wurden die Möglichkeiten für Verlage, ihrer Ablieferungspflicht von monografischen Netzpublikationen nachzukommen, durch die Einrichtung einer neu installierten OAI-Schnittstelle und eines Hotfolders erweitert. Die intellektuelle Erschließung der Netzpublikationen wurde mit Beginn des Jahres 2010 eingestellt; der Katalogeintrag erfolgt zunächst mit den gemeldeten Metadaten. Da die Qualität dieser Metadaten sehr heterogen ist, werden sie mit Hilfe automatischer Erschließungsprozesse ergänzt und verbessert, darüber hinaus werden Maßnahmen zur Qualitätssicherung implementiert. Neben dem bereits seit 2009 eingesetzten Format ONIX for books 2.1 können in den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek nun Metadaten in weiteren Formaten eingebunden werden: MARC21 / MARC-XML oder XMetaDissPlus.
Bei den Online-Zeitschriften gibt es leider kein Standard-Metadatenformat, so dass bisher nur eine Ablieferung über das Formular möglich ist. Derzeit wird mit Dienstleistern verhandelt, die Zeitschriften auf Artikelbasis in Datenbanken anbieten, und es wird versucht, ein oder mehrere Formate zu finden, bei denen ein Mapping sinnvoll ist, weil das Format nicht nur proprietär verwendet wird.
Das Webharvesting-Projekt startete im Oktober 2010; derzeit werden neben den Best-Practice-Analysen die Vorgaben für den Sammlungsaufbau, die Erschließung und Bereitstellung erarbeitet.
Im Rahmen des im Dezember 2009 begonnenen E-Paper-Projektes wurde ein automatischer Workflow zur Sammlung, Erschließung, Bereitstellung und Archivierung layoutgetreuer elektronischer Ausgaben gedruckter Tageszeitungen entwickelt und in den Routinebetrieb überführt. Auf Basis dieses Workflows werden seit Ende 2010 die Ausgaben von rund 300 E-Paper-Titeln eingesammelt, im Portalkatalog der DNB verzeichnet und der Öffentlichkeit mit einer Verzugszeit von acht Tagen in den Lesesälen in Leipzig und Frankfurt zur Verfügung gestellt. Auf die seit Ende der 1960er-Jahre durchgeführte Verfilmung von Tageszeitungen kann ab 2011 immer dann verzichtet werden, wenn ein der Druckausgabe entsprechendes E-Paper gesammelt werden kann.
Die DNB führt seit September 2008 am Leipziger Standort ein Projekt zur retrospektiven Kataloganreicherung durch. Das Projekt beinhaltet die Digitalisierung der Inhaltsverzeichnisse sowie deren Verlinkung mit den Titeldaten; letztere werden zudem durch ein IT-Programm um Sprachencodes und Schriftart ergänzt. Zu insgesamt 124.000 Inhaltsverzeichnissen wurden 297.000 Seiten digitalisiert. Alle Inhaltsverzeichnisse stehen über den Portal-Katalog zur Verfügung und können über die Datendienste der DNB von anderen Institutionen bezogen und nachgenutzt werden. Während das Projekt mit den ersten zehn Zugangsjahren 1913 bis 1922 begann, stehen in der Verlängerungsphase seit Ende 2010 die Zugangsjahre ab 1983 im Fokus der Bearbeitung. Dieser Wechsel vom frühen Bestand zu den Beständen der 1980er-Jahre ist motiviert durch zwei Überlegungen: Zum einen durch die Schaffung optimaler Voraussetzungen für verschiedene Arbeitsprozesse in der Bestandserhaltung, die ebenfalls in diesem Bestandssegment aktiv ist, und zum anderen entspricht die DNB damit den Wünschen ihrer Datendienstkunden, die sich in einer im Jahr 2008 durchgeführten Marketingumfrage für eine Bearbeitung jüngerer Bestandsgruppen ausgesprochen haben.

Öffentlichkeitsarbeit und Benutzung

Im Rahmen der Benutzungsordnung der einzelnen Bibliotheken werden die über die Sammlung Deutscher Drucke angeschafften Werke der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. SDD-Erwerbungen wurden zudem als Exponate in diversen Ausstellungen gezeigt und hierfür auch an andere Bibliotheken verliehen.

Die AG SDD unterhält eine eigene Homepage, auf der alle wesentlichen Informationen (u.a. eine Publikationsliste) zusammengestellt sind. Die technische Betreuung der Homepage obliegt der DNB.

Folgende Vorträge, Veranstaltungen und Veröffentlichungen zur Sammlung Deutscher Drucke sind zu nennen:

Petra Feuerstein-Herz: … auff den verführerischen Irrwegen der Alchymisten - Neuerwerbungen der Sammlung Deutscher Drucke 1601-1700. Werkstattgespräch Herzog August Bibliothek 9.12.2010.

Rechtzeitig zum Leipziger Bibliothekskongress erschien im März 2010 außerdem das ZfBB Sonderheft Nr. 99 »Nationale Verantwortung für kulturelle Überlieferung: Symposium aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Sammlung Deutscher Drucke«, herausgegeben von Berndt Dugall und Angela Hausinger. Frankfurt am Main: Klostermann, 2010.

Anlässlich des 150. Todestages von Arthur Schopenhauer (1788-1860) wurde in einem Kooperationsprojekt der UB Frankfurt mit der Schopenhauer-Gesellschaft, dem Institut für Stadtgeschichte und weiteren Institutionen die Ausstellung »Was die Welt bewegt - Schopenhauer in Frankfurt am Main« vom 22.9.2010 bis 27.02.2011 im Institut für Stadtgeschichte gezeigt. Mit über 100 Exponaten war die UB Frankfurt der Hauptleihgeber für diese gut besuchte Ausstellung, die einen detaillierten Einblick in das Leben und Denken des berühmten Philosophen gab.

Silke Trojahn: Wie man Damen zersägt, immer ein Ass im Ärmel hat und sein Publikum bezaubert: Zauberbücher aus der Sammlung Fechner; in: Bibliotheksmagazin 2 (2010), 40-43. Volltext (pdf)

Leipziger Jahrbuch zur Buchgeschichte … / eine Veröffentlichung der Dt. Nationalbibliothek in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Arbeitskreis zur Geschichte des Buchwesens. Hrsg. von Christine Haug u. Lothar Poethe. - Wiesbaden : Harrassowitz. - Band 19 (2010).

Rudolf Olden. Journalist gegen Hitler - Anwalt der Republik; eine Ausstellung des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek, Frankfurt am Main, 26. März - 28. Juli 2010 / [Ausstellung u. Begleitbuch (Hrsg.): Sylvia Asmus u. Brita Eckert], Leipzig ; Frankfurt am Main ; Berlin: Dt. Nationalbibliothek, 2010. - 176 S. : Ill.

»›Tende Strömfeld Simonetta‹. 40 Jahre Verlag Stroemfeld / Roter Stern 1970-2010«. Eine Ausstellung des Stroemfeld Verlags in der Deutschen Nationalbibliothek, 13. August - 4. September 2010, Frankfurt am Main.

»›… ein sehr lebhaftes Vielerlei‹. Der Theatermann und Schriftsteller Rudolf Frank«. Eine Ausstellung von Wilfried Weinke in Kooperation mit dem Deutschen Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek, 17. September - 23. Dezember 2010, Frankfurt am Main.

Bestandserhaltung

Das im Rahmen des von der Bundeskulturstiftung eingerichteten Programms »KUR - Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut« über zwei Jahre geförderte Projekt »Nachhaltigkeit der Massenentsäuerung von Bibliotheksgut« wurde im Juni 2010 fristgerecht abgeschlossen. Die Präsentation der Ergebnisse fand im Rahmen der Konferenz »Die Massenentsäuerung auf dem Prüfstand« am 26.10.2010 in Frankfurt am Main statt. Als wichtiges Ergebnis dieser Untersuchung wurde festgestellt, dass der Effekt der Entsäuerung desto stärker ausfällt, je geringer die Schädigung zu Beginn der Behandlung bereits fortgeschritten war. Im Idealfall lässt sich der Abbau des Papiers etwa um den Faktor drei verlangsamen - ganz aufzuhalten ist er allerdings nicht. Im Rahmen des Projektes entstand ein fünfzehnminütiger Film »Wenn Bücher sauer werden«, der die Problematik des Säurezerfalls von Papier, das Verfahren der Massenentsäuerung sowie Ziel und Ablauf der Untersuchungen in anschaulicher Weise dokumentiert. Der Film ist auf der Website der Kulturstiftung des Bundes frei zugänglich.

Der im Jahr 2009 ausgeschriebene »Rahmenvertrag über Massenentsäuerung/ Konservierungsleistungen zur Bestandserhaltung von Bibliotheks- und Archivgut« wurde ab Januar 2010 mit entsprechenden monatlichen Auftragsmengen in Anspruch genommen. Insgesamt wurden ca. 39.300 kg Bibliotheksgut entsäuert.

Der von der Allianz »Schriftliches Kulturgut erhalten« jährlich ausgerichtete Nationale Aktionstag für Bestandserhaltung wurde im Jahr 2010 durch die DNB Leipzig durchgeführt. Ein abwechslungsreiches Programm unter der Überschrift »Massenhaft Kulturgut. In der Masse liegt die Klasse« - bestehend aus Vorträgen, Diskussionen, Präsentationen, Werkstattbesuchen und Führungen sowie einem Angebot des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek für Kinder - bezog viele Partnerinstitutionen ein und sollte vor allem das Mengenproblem und den damit verbundenen Aufwand für die Bestandserhaltung veranschaulichen. Mit diesem 6. Nationalen Aktionstag am 29. Mai konnte die dringende Notwendigkeit der Erhaltung unserer schriftlichen bzw. medialen Überlieferung rund 400 interessierte Besucher/innen vermittelt werden.

Die Verfasserin

Dr. Silke Trohan
Staatsbibliothek zu Berlin
10102 Berlin
Telefon 030-266-436602

Letzte Änderung: 01.03.2012

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