Herzog August Bibliothek
Das Zeitsegment 1601 - 1700
Erschließung
Die Herzog August Bibliothek ist eine der ältesten unversehrt erhaltenen Bibliotheken der Welt. Im Jahre 1572 gegründet, wurde sie durch die von Herzog August dem Jüngeren (1579 - 1666) systematisch zusammengetragene Büchersammlung von 135.000 kostbaren Handschriften und Drucken zur größten Bibliothek ihrer Zeit.
Mit ihren derzeit über 160.000 Drucken des 17. Jahrhunderts stellt sie eine der reichsten Sammlungen der gedruckten Überlieferung dieser Epoche dar. Die Bibliothek besitzt heute rund 1 Million Bände, davon etwa 415.000 aus der Zeit vor 1850. Zu den Schwerpunkten des aktuellen Erwerbungsprofils gehören die Veröffentlichungen zur internationalen Wissenschafts- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit.
Seit 1974 wurde die Bibliothek zu einem internationalen Forschungszentrum für die Erforschung der Frühen Neuzeit ausgebaut. Sie vergibt Forschungsstipendien an in- und ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, veranstaltet Symposien und Arbeitsgespräche und betreut eigene Forschungsprojekte.
Als Forschungsbibliothek mit einzigartigen historischen Beständen beteiligt sich die Herzog August Bibliothek an überregionalen Erschließungsprojekten wie an dem Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts (VD 17).
Das Zeitsegment 1601 - 1700
Im 17. Jahrhundert bildet sich die deutsche Sprache zu einer europäischen Kultursprache aus und dringt auch in ihr bis dahin verschlossene Literatur- und Wissensbereiche vor. In der ersten Hälfte des Jahrhunderts findet Deutschland Anschluss an die vorbildlichen Leistungen der europäischen Renaissance, in der zweiten Jahrhunderthälfte entwickelt sich auch in Deutschland die Kultur des Barock.
In diesem Zeitraum ist zugleich - unterbrochen von den Auswirkungen des 30jährigen Krieges - ein deutlicher Anstieg der Buchproduktion im deutschen Sprachraum zu verzeichnen. Wie in kaum einer anderen Zeit ist er von den Aspekten der Regionalität und Diversität der Textgattungen gekennzeichnet. Zu den typischen Erscheinungen dieser Epoche zählen beispielsweise zahllose nur lokal oder regional verbreitete Kasualschriften und Tagesliteratur wie Flugschriften, Kalender und Einblattdrucke.
Der Kernbestand der Wolfenbütteler Bibliothek, die Sammlung Herzog Augusts, wurde im Geist des Polyhistorismus zusammengetragen und der Nachwelt als universale Sammlung des Wissens dieser Epoche hinterlassen. Mit dem Ziel, diesen Bestand in seiner ganzen Breite weiterhin umfassend auszubauen, war es im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke bislang möglich, nahezu das gesamte Spektrum der Disziplinen und Schriftengattungen in der Erwerbung zu berücksichtigen. Dabei werden vorrangig erworben
- bibliografisch bislang unbekannt gebliebene oder in keiner deutschen Bibliothek nachgewiesene Drucke
- die Werke der wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller und Dichter des Barock
- einzelne besonders typische und heute selten gewordene Schriftengattungen der Epoche, z. B. Emblembücher, Einblattdrucke und Gelegenheitsschriften aus dem ehemaligen deutschen Sprachraum
Erschließung
Alle Neuerwerbungen sind weltweit über das Wissenschaftsnetz recherchierbar im
Zusätzlich werden die Neuerwerbungen auch in der kombinierten Text-Bild-Datenbank VD 17 nachgewiesen.
Kontakt:
Petra Feuerstein-Herz
Sammlung Deutscher Drucke 1601- 1700
Lessingplatz 1
D - 38304 Wolfenbüttel
Telefon: +49-5331-808-324
Fax: +49-5331-808-173