Deutsche Nationalbibliothek

Pfeil SprungmarkeDas Zeitsegment 1913 ff.
Pfeil SprungmarkeErschließung

Die Deutsche Nationalbibliothek ist die zentrale Archivbibliothek und das nationalbibliografische Zentrum der Bundesrepublik Deutschland. Sie hat mehrere Vorgängereinrichtungen: 1912 wurde die Deutsche Bücherei Leipzig gegründet, 1947 die Deutsche Bibliothek Frankfurt am Main. Das 1970 gegründete Deutsche Musikarchiv Berlin ist dem Standort Leipzig als Abteilung zugeordnet und wird mit Fertigstellung des 4. Erweiterungsbaus nach Leipzig umziehen. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands wurden diese Einrichtungen zu der Gesamtinstitution "Die Deutsche Bibliothek" vereinigt, die 2006 einen erweiterten gesetzlichen Auftrag und einen neuen Namen erhielt: Deutsche Nationalbibliothek. Sie hat die Aufgabe, lückenlos alle deutschen und deutschsprachigen Publikationen ab 1913, im Ausland erscheinende Germanica und Übersetzungen deutschsprachiger Werke sowie die zwischen 1933 und 1945 erschienenen Werke deutschsprachiger Emigranten zu sammeln, dauerhaft zu archivieren, umfassend zu dokumentieren und bibliografisch zu verzeichnen sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Über den gesetzlichen Sammelauftrag hinaus befinden sich in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig fünf historisch gewachsene Sondersammlungen (Reichsbibliothek von 1848, Sozialistica, Plakate, Patentschriften, Dokumente internationaler Organisationen).

Das Zeitsegment 1913 ff.

Das Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek (DNBG) vom 22. Juni 2006 (BGBl. I S. 1338) legt die Aufgaben und Pflichten der Deutschen Nationalbibliothek fest. Das Gesetz unterscheidet zwischen Medienwerken in körperlicher Form, den früheren Druckwerken, und Medienwerken in unkörperlicher Form, als Darstellung in öffentlichen Netzen. Damit wird den Veränderungen im Publikationsbereich und den steigenden Bedürfnissen der Nutzer Rechnung getragen. Präzisiert wird der gesetzliche Auftrag in der Pflichtablieferungsverordnung (PflAV; BGBl. BGBl. I S. 2013), die das Recht der Deutschen Nationalbibliothek auf unaufgeforderte und kostenlose Belieferung mit den Veröffentlichungen des Sammelgebietes konkretisiert und diejenigen Medienwerke von der Ablieferungspflicht ausschließt, für deren Sammlung kein öffentliches Interesse besteht. Gesetz und Verordnung legen grundsätzlich fest, was Sammlungsgegenstand der Deutschen Nationalbibliothek ist.

Mit dem gesetzlich fixierten Sammlungsauftrag übernimmt die Deutsche Nationalbibliothek das Anliegen und das Ziel der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke für die Zeit ab 1913 und führt sie - institutionell abgesichert - in die Zukunft fort.

Erschließung

Die Bestände der Deutschen Nationalbibliothek sind weitgehend elektronisch erschlossen und auch im Internet recherchierbar.

Das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 am Standort Frankfurt am Main hat das Projekt  Exilpresse digital. Deutsche Exilzeitschriften 1933-1945 realisiert. Dabei wurden 30 ausgewählte Zeitschriften und Zeitungen des deutschsprachigen Exils 1933-1945 digitalisiert, erschlossen und anschließend im Netz bereitgestellt. Neben dem reinen Einscannen (mit Erfassung der Nummer und des Erscheinungstages der Zeitschrift bzw. Zeitung) wurden unter anderem Autoren, Titel, Untertitel, Übersetzer von einzelnen Beiträgen in einem Index verzeichnet. Darüber hinaus ist innerhalb der digitalisierten Dokumente eine Volltextsuche möglich.

Bei der Auswahl der zu digitalisierenden Bestände wurde darauf geachtet, einen möglichst umfassenden Überblick über die Exilpresse sowohl der ersten als auch der zweiten Exilphase (1933-1940 bzw. 1940-1945) zu geben. Ferner sollten beispielhaft alle im Exil erschienenen Zeitschriftengruppen (kulturpolitische und literarische Zeitschriften, wissenschaftliche Zeitschriften, Zeitschriften aller größeren politischen Parteien im Exil und weltanschauliche Zeitschriften) berücksichtigt werden.

Das Digitalisierungsprojekt  Jüdische Periodika in NS-Deutschland des Deutschen Exilarchivs 1933 - 1945 wurde 2006 erfolgreich abgeschlossen. In den wichtigsten in Deutschland nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 (oder kurz zuvor) gegründeten jüdischen Periodika kann über das Netz recherchiert werden. Als Organe der - zum Teil neu gegründeten - Selbsthilfeeinrichtungen der jüdischen Gemeinschaft stellen sie deren direkte Antwort auf die Verfolgung durch das NS-Regime dar. Aufgrund der Überlieferungssituation war der Zugang zu diesen bedeutenden historischen Quellen nur eingeschränkt oder unter großen Schwierigkeiten möglich. Die Auswahl der mehr als 20 Zeitungen und Zeitschriften ist in Absprache mit dem DFG-Projekt "Retrospektive Digitalisierung jüdischer Periodika im deutschsprachigen Raum" ("Compact-Memory") erfolgt.

Kontakt:

Angela Matthias
Deutsche Nationalbibliothek
Leiterin der Abt. Erwerbung und Formalerschließung
Deutscher Platz 1
04103 Leipzig

Telefon: +49-341-2271-216
Fax: +49-341-2271-265

 
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