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Welcome to the AG Sammlung Deutscher Drucke

In the Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke (AG SDD) six libraries collaborate to build a comprehensive collection of printed literature published in German-speaking countries from the beginning of letterpress printing to the present, to provide information on it, to make it accessible to the public and to preserve it for future generations.

This venture has led to the creation of a virtual national library in which the participating libraries are responsible for the following periods:

1450 - 1600 Bayerische Staatsbibliothek München (Musical scores until 1800) (Chair)
1601 - 1700Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
1701 - 1800Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
1801 - 1870Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main
1871 - 1912 Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (Maps and newspapers: 1801-1912; Musical scores: 1801-1945)
1913 ff.Deutsche Nationalbibliothek

Last update: 01.01.2017

Buch des Monats Juli 2017:
Minna’s frohe Empfindungen am Klavier. Ein Neujahrsgeschenk der Freundschaft und Liebe. – Speyer : Bossler, 1788. – Partitur, 30 Seiten
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Mus.pr. 2015.425)

Minna’s frohe Empfindungen am Klavier. Ein Neujahrsgeschenk der Freundschaft und Liebe. – Speyer : Bossler, 1788. Minna’s frohe Empfindungen am Klavier. Ein Neujahrsgeschenk der Freundschaft und Liebe. – Speyer : Bossler, 1788. – Partitur, 30 Seiten
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Mus.pr. 2015.425)

Der musikalische Verlag von Heinrich Philipp Carl Bossler in Speyer war nicht nur das Sprachrohr der Mannheimer Tonschule. Als Urheber vieler "Musikalischer Anthologien", "Blumenlesen" und weiterer Sammelwerke für die gehobene musikalische Unterhaltung wurde Bossler in den 1780er Jahren zum einflussreichen süddeutschen Verleger für Werke der Pfälzer, badischen und bayerischen Kapellmeister und Hofkomponisten, wie zum Beispiel Antonio Rosetti und Joseph Aloys Schmittbauer. Die bislang nur in einem Exemplar bekannte, 1788 veröffentlichte Sammlung "Minna’s frohe Empfindungen am Klavier" ist ein kleines, höchst geschmackvoll gestaltetes Bändchen im Oktavformat. Es enthält vier kurze Klavierstücke, in der Hauptsache aber 12 empfindsame Klavierlieder von Antonio Rosetti, Joseph Haydn und Leopold Koželuch, die das Thema der Liebessehnsucht umkreisen. Das Lied "Huldigung" auf ein Gedicht von Ludwig Hölty hat Antonio Rosetti mit einer Begleitung von Violine und Klavier vertont und damit den Bogen von der Kammerkantate zum ensemblebegleiteten Lied im frühen 19. Jahrhundert geschlagen, dessen berühmteste Vertreter Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven sind. Ganz aus dem Rahmen fällt der mit Tinte geschriebene Nachtrag auf der Schlußseite 30: Die leeren Notenzeilen wurden für eine fragmentarische Notiz des Liedes "Hänschen klein" mit akkordischer Begleitung genutzt.

Buch des Monats Juni 2017:
Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie. - Jerusalem : The Hebrew University of Jerusalem, 2015. - 45 [i.e. 46] leaves : facsimile ; 43 cm
Erworben von der Deutschen Nationalbibliothek (Sammlung Künstlerische Drucke am Standort Leipzig) Signatur: XI B 1586

 Einstein, Albert: Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie  (Faksimile in einer Triptychon-Kasselte) Einstein, Albert 1879-1955:
Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie. - Jerusalem : The Hebrew University of Jerusalem, 2015. - 45 [i.e. 46] leaves : facsimile ; 43 cm (IDN 1130610551)

Der israelische Herausgeber Ido Agassi (Buchkünstler, Buchbinder und Restaurator) beschreibt die Entstehung dieses Faksimiles: "Durch die Arbeit als Restaurator von Albert Einsteins Privatbibliothek in Jerusalem stieß ich auf das Manuskript der Relativitätstheorie. Nachdem ich diese aufregenden 46 Seiten durchgesehen hatte, realisierte ich dass nie zuvor ein Faksimile davon erstellt worden war und diese bedeutende Handschrift, mit all ihren Anfügungen und Kommentaren und in ihrer ungewöhnlichen Erscheinung von unterschiedlich großen überformatigen Papieren, dadurch für kaum jemanden sichtbar ist. Nach langen Verhandlungen bekam ich die Erlaubnis für die Faksimilierung dieses großartigen Manuskripts. Es wird in einer limitierten Auflage erscheinen die den 100. Geburtstag des Manuskripts ehrt."

Albert Einstein überließ das Manuskript der Hebrew University in Jerusalem als Geschenk zum Anlass ihrer Gründung 1925.

Das 46seitige Faksimile ist auf 110g Papier gedruckt. Jede Seite ist handbeschnitten um die Originalgrösse und Originalkanten des Manuskriptseiten widerzugeben.Die Auswahl des Materials und der Farben machen das Faksimile sowohl optisch wie haptisch so authentisch wie möglich. Das Faksimile liegt in einer mit dunkelblauer Seide bezogenene Triptychon-Kassette, die extra auf die unterschiedlichen Überformate der 46 Blatt abgestimmt wurde.

Buch des Monats Mai 2017:
Jansen, Rudolf: Ein tugendhafter Ehebruch. – Berlin : Metropol, [1906]. – 47 Seiten. (Intime Geschichten; 154) und Wendland, Egon: Eine empfehlenswerte Frau. – Berlin : Metropol, [1908]. – 47 Seiten. (Intime Geschichten; 232).
(Erworben von der Staatsbibliothek zu Berlin, Signatur.: 50 MA 35307 und Yt 726/52-232<a>)

Cover des Heftes "Ein tugendhafter Ehebruch" von Jansen, Rudolf und Inhaltsverzeichnis Jansen, Rudolf: Ein tugendhafter Ehebruch. – Berlin : Metropol, [1906]. – 47 Seiten. (Intime Geschichten; 154) und Wendland, Egon: Eine empfehlenswerte Frau. – Berlin : Metropol, [1908]. – 47 Seiten. (Intime Geschichten; 232). 
(Erworben von der Staatsbibliothek zu Berlin, Sign.: 50 MA 35307 und Yt 726/52-232<a>)

Diese beiden Hefte der "Intimen Geschichten" sind echte Groschenromane, wie sie der Gattung ihren Namen gegeben haben: "Preis 10 Pf. (15 Heller)". Die erotischen Novellen erschienen wöchentlich, in jeweils einheitlich gestalteten Heften von 47 oder 48 Seiten Umfang. In Bibliotheken sind sie nur sehr selten anzutreffen, da derartige Hefte damals üblicherweise als nicht sammelwürdig betrachtet wurden. Zudem fielen einige der Titel, die aus heutiger Sicht von geradezu rührender Harmlosigkeit sind, der Zensur zum Opfer, wie ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis auf der Rückseite von Heft 232 zeigt: "konfisziert". Interessant sind sie besonders für die Geschichte des Verlagswesens und des Buchhandels („Zu haben in allen Buchhandlungen, Papiergeschäften und im Metropol-Verlag“) ebenso wie für die Leseforschung.

Während Heft 154 neu für den Bestand der Staatsbibliothek ist, ersetzt Nummer 232 einen Kriegsverlust – daher auch die verschiedenartigen Signaturen –, denn als Pflichtexemplare wurden in der damaligen Königlichen Bibliothek zu Berlin auch eher ungewöhnliche Titel eingearbeitet.

Buch des Monats April 2017:
Müller, Adolph: Accordion-Schule, oder: Vollständige Anleitung in kurzer Zeit richtig spielen zu erlernen. Mit Übungen und Unterhaltungsstücken für alle Arten des Accordions verfasst. – Wien : bei Ant. Diabelli und Comp., [1833?]. – 52 Seiten.
(Erworben von der Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg, Frankfurt am Main, Sign.: Mus. pr. 16/7)

Titelblatt von Müller, Adolph: Accordion-Schule, oder: Vollständige Anleitung in kurzer Zeit richtig spielen zu erlernen. Mit Übungen und Unterhaltungsstücken für alle Arten des Accordions Müller, Adolph: Accordion-Schule, oder: Vollständige Anleitung in kurzer Zeit richtig spielen zu erlernen. Mit Übungen und Unterhaltungsstücken für alle Arten des Accordions verfasst. – Wien : bei Ant. Diabelli und Comp., [1833?]. – 52 Seiten. 
(Erworben von der Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg, Frankfurt am Main, Sign.: Mus. pr. 16/7)

Im Mai 1829 erhielt der Wiener Orgel- und Klavierbauer Cyrill Demian (1772 oder 1774 – 1847) ein Patent für "die Erfindung eines neuen Instruments […], welches die Form eines kleinen Kästchens hat, worin Federn auf Stahlplatten samt einem Blasebalg angebracht sind, dass es bequem eingesteckt werden kann". Er selbst nannte das neue Musikinstrument "Accordion". Aufgrund seiner Handlichkeit und des niedrigen Preises fand das "Accordion" eine rasche Verbreitung.

Bereits Anfang der 1830er Jahre erschienen die ersten Spielanleitungen. Die hier vorliegende wurde von dem österreich-ungarischen Komponisten Adolf Müller senior [eigentlich Matthias Schmid] (1801 – 1886) veröffentlicht. Müller ist insbesondere durch seine Vertonungen von Possen und Ausstattungsstücken Ludwig Anzengrubers und Schauspielmusiken zu Werken Johann Nestroys bekannt geworden, u. a. zu "Lumpazivagabundus" und "Einen Jux will er sich machen". Er ist von großer Bedeutung für die Entwicklung der Wiener Operette und für das Musikleben Wiens im 19. Jahrhundert. Als Kapellmeister an drei Wiener Vorstadttheatern scheint er als Verfasser einer volkstümlichen "Accordion-Schule" prädestiniert.

Das kleine Akkordeon-Lehrbuch wurde vom damals bekanntesten Wiener Musikverleger und "k.k. Hofmusikalienhändler" Anton Diabelli (1781 – 1858) herausgegeben, dem Ludwig van Beethoven sein letztes großes Klavierwerk widmete, die Diabelli-Variationen op. 120.

Alle 52 Seiten des Heftes sind gestochen, nicht nur die Notenbeispiele, sondern auch der Text! Der Druck auf kräftiges Papier ergibt ein ästhetisch ansprechendes Schriftbild , was didaktisch förderlich wirken kann. Die "Accordion-Schule" ist in deutschen Bibliotheken nicht nachweisbar.

Buch des Monats März 2017:
Franz Johann Schultz: Abbildung der inn- und ausländischen Bäume, Stauden und Sträuche, welche in Oesterreich fortkommen […], 3 Bände (bestehend aus 332 Seiten Text und 331 kolorierten Kupferstichen), Wien 1792–1804.
(Erworben von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Signatur: DD2016 C 2: 1-3 Rara)

Seite aus Franz Johann Schultz: Abbildung der inn- und ausländischen Bäume, Stauden und Sträuche, welche in Oesterreich fortkommen Franz Johann Schultz: Abbildung der inn- und ausländischen Bäume, Stauden und Sträuche, welche in Oesterreich fortkommen […], 3 Bände (bestehend aus 332 Seiten Text und 331 kolorierten Kupferstichen), Wien 1792–1804.
(Erworben von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Signatur: DD2016 C 2: 1-3 Rara)

"War je was Rühmliches von einer grossen ehrwürdigen deutschen Nation unternommen, so war es gewiß die seit 44 Jahren her üblich gewordene Anpflanzung und Angewöhnung nordamerikanischer Bäume, Stauden und Sträucher unter unsern Himmelsstrich (…)." Mit diesen Worten leitet Franz Josef Schultz sein dreibändiges Werk über die Flora Österreichs ein, das von 1792 bis 1804 in mehreren Lieferungen erschien. Was zunächst wie die Übertreibung eines Pflanzenliebhabers klingen mag, führt bei näherer Betrachtung eine damals aktuelle Problematik vor Augen: Zahlreiche Landstriche der Habsburgischen Erblande waren durch Kriege, Schädlinge und besonders durch den steigenden Holzbedarf aufgrund der beginnenden Industrialisierung und des Bevölkerungswachstum entwaldet. Um einer Holzkrise entgegenzuwirken, empfahl Schultz die Einführung nordamerikanischer Baumarten, die gegenüber den einheimischen Eichen und Buchen Vorteile wie eine größere Unempfindlichkeit gegenüber Schädlingen oder schnelleres Wachstum hätten.

Schultz sah jedoch wirtschaftliches Potential nicht nur in nordamerikanischen Bäumen. So ließe sich beispielsweise das Holz des Alpenmehlbeerbaumes (Sorbus chamaemespilus) hervorragend für Zähne an Mühlrädern nutzen, der haarige Ginster (Genista pilosa) könne als Futter für Schafe und der syrische Seidenstrauch (Asclepias syriaca) der Papier- und Zuckerherstellung dienen. Er warnte besonders davor, dass der Umgang mit Pflanzen zu "Spielwerk" verkommen und der "wahre Nutzen verlohren gehen" könnte: Pflanzen sollten nicht nur der Gartendekoration dienen, sondern ihre Anpflanzung müsse auf eine "zweckmäßige Beschäftigung" abzielen.

Schultz verstand sein Werk als work in progress und wünschte sich die aktive Teilnahme seiner Leser in Form von Nachrichten über seltene Pflanzen und durch Hinweise auf den optimalen Anbau und die Veredelung der vorgestellten Pflanzenarten. Mit 100 kolorierten Kupferstichen detaillierter Pflanzenabbildungen je Band nebst Beschreibungen zu äußeren Merkmalen der jeweiligen Pflanze, Anweisungen zur Kultivierung sowie Beispielen zur Verwendung wollte Schultz sein Werk als Leitfaden für Beschäftigte der Forstwirtschaft und des Gartenbaus verstanden wissen. Im Anhang eines jeden Bandes finden sich noch zehn bzw. elf kolorierte Kupfertafeln mit zahlreichen Abbildungen von blätterlosen Zweigen der zuvor vorgestellten Pflanzen. Im Herbst 2016 konnte ein vollständiges Exemplar dieses seltenen Werkes von der SUB Göttingen erworben werden.

Buch des Monats Februar 2017:
Nicolas Le Jeune de Franqueville: Le Miroir De L'Art Et De La Nature / Der Spiegel der Kunst und der Natur. In welchem alles/ was die Natur hat vorgebracht/ und die Kunst erdacht/ wird kürtzlich beschrieben/ mit Kupfferstücken erzeiget/ und mit kurtzen Worten verkläret. Zu Paris. Gedruckt in der Truckerey der Wittwe L’Anglois, 1691
(Erworben von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel; Signatur: Xb 10448)

Nicolas Le Jeune de Franqueville: Le Miroir De L'Art Et De La Nature / Der Spiegel der Kunst und der Natur. Nicolas Le Jeune de Franqueville: Le Miroir De L'Art Et De La Nature / Der Spiegel der Kunst und der Natur.  In welchem alles/ was die Natur hat vorgebracht/ und die Kunst erdacht/ wird kürtzlich beschrieben/ mit Kupfferstücken erzeiget/ und mit kurtzen Worten verkläret. Zu Paris. Gedruckt in der Truckerey der Wittwe L’Anglois, 1691 (Erworben von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel; Signatur: Xb 10448)

Sehr ansprechendes Sprachlernbuch dem Typus des bekannten Orbis pictus von Comenius nachempfunden. In französischer, lateinischer und deutscher Sprache werden 150 Themenbereiche jeweils in wenigen Sätzen erläutert und mit teils emblematisch gestalteten Abbildungen illustriert. Die Inhalte werden im Sinn der spätmittelalterlichen enzyklopädischen Werke als Spiegel des Universums, der das gesamte Wissen über die Welt birgt, präsentiert. Beginnend mit Gott, Erde, Himmel und den vier Elementen führt das Lehrbuch über die Naturreiche hin zum Menschen, seinen Eigenschaften und Lebensbereichen. Einbezogen sind die verschiedenen Handwerke, Wissenschaften und Künste. Den Abschluss bildet die Darstellung der Religionen, um schließlich wieder zurück zu Gott, seiner Vorsehung und dem jüngsten Gericht zu gelangen. Auch der Bereich der Bücher und Bibliotheken findet Berücksichtigung; neben dem Buchdruck werden sogar, wie in der Abbildung zu sehen, die unterschiedlichen Buchformate erläutert. Bei dem wenig bekannten Autor Nicolas Le Jeune de Franqueville soll es sich um einen Advokaten am französischen Parlament gehandelt haben. Bislang ohne Nachweis im VD 17.

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