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Welcome to the AG Sammlung Deutscher Drucke

In the Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke (AG SDD) six libraries collaborate to build a comprehensive collection of printed literature published in German-speaking countries from the beginning of letterpress printing to the present, to provide information on it, to make it accessible to the public and to preserve it for future generations.

This venture has led to the creation of a virtual national library in which the participating libraries are responsible for the following periods:

1450 - 1600 Bayerische Staatsbibliothek München (Musical scores until 1800) (Chair)
1601 - 1700Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
1701 - 1800Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
1801 - 1870Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main
1871 - 1912 Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (Maps and newspapers: 1801-1912; Musical scores: 1801-1945)
1913 ff.Deutsche Nationalbibliothek

Last update: 01.08.2017

Buch des Monats September 2017:
[Anonym], Alkmeen und Menalippe. Eine Geschichte der russischen Vorwelt […], hrsg. von E. W. Lauffs, Köln: Oedenkoven und Thiriart, 1799 [1800]. – 3 Bl., 131 Seiten (1. Teil), 148 Seiten (2. Teil)
(Erworben von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Signatur: DD2017 A 33)

Titelblatt von Alkmeen und Menalippe., hrsg. von E. W. Lauffs, Köln: Oedenkoven und Thiriart, 1799 [1800] [Anonym], Alkmeen und Menalippe. Eine Geschichte der russischen Vorwelt […], hrsg. von E. W. Lauffs, Köln: Oedenkoven und Thiriart, 1799 [1800]. – 3 Bl., 131 Seiten (1. Teil), 148 Seiten (2. Teil)
(Erworben von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Signatur: DD2017 A 33)

Die Erzählung berichtet von der Liebesbeziehung zwischen dem skytischen Prinz Alkmeen und Menalippe, Tochter des Dezebal, Königs von Dazien. Da Dazebal von Alkmeens Vater Orontes getötet wurde dieser und damit über Dazien herrscht, sieht Menalippe in Alkmeen nur den Abkömmling einer feindlichen Besatzungsmacht. Die beiden begegnen sich jedoch, während Alkmeen unter falscher Identität durch Dazien reist, und verlieben sich in einander.

Gedruckt wurde das Buch von den Kölner Druckern und Verlegern Caspar Oedenkoven und Theodor Franz Thiriart; als Erscheinungsjahr ist auf dem Titelblatt 1799 angegeben, das Vorwort des Herausgebers E. W. Lauffs ist jedoch auf den 24.Juli 1800 datiert. Zusammen mit diesem Exemplar des Buches hat sich ein Brief Lauffs erhalten, dessen Inhalt vermuten lässt, dass Lauffs auch der Autor der Erzählung ist. Adressiert ist der vom 29. April 1804 stammende Brief an einen unbekannten Herzog, den Lauffs sehr umständlich um eine bezahlte Anstellung bittet.

Während Lauffs seinen Roman im Brief als ein Werk anpreist, das "von dem vornehmsten Gesichtspunkte der Philosophie ausgeht", kommt ein Rezensent in den Ergänzungsblättern der Allgemeinen Literatur-Zeitung 1801 zu der vernichtenden Einschätzung, dass es sich um ein "grotestkes Machwerk" handele: "Von der Fabel […] eine Skizze zu geben, wäre zwecklos, da das ganze ungenießbar ist."

Bislang war weltweit kein Exemplar des Buches nachgewiesen.

Buch des Monats August 2017
Salomon Liscovius: Christlichen Frauen-Zimmers Geistlicher Tugend-Spiegel. Zur Ubung heiliger Gottseligkeit aus Heiliger Schrifft nach Anleitung etlicher Tugendhafften Weibes-Bilder […]. – Leipzig, Zeidler für Christoph Klinger 1697. 766 Seiten, 13 ungezählte Blätter Bildtafeln, Titelblatt in Rot- und Schwarzdruck, Kupfertitel.
(Erworben von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel; Signatur: Xb 12° 264)

Einband der Liedersammlung "Christlichen Frauen-Zimmers Geistlicher Tugend-Spiegel" Salomon Liscovius:  Christlichen Frauen-Zimmers Geistlicher Tugend-Spiegel. Zur Ubung heiliger Gottseligkeit aus Heiliger Schrifft nach Anleitung etlicher Tugendhafften Weibes-Bilder […]. – Leipzig, Zeidler für Christoph Klinger 1697. 766 Seiten, 13 ungezählte Blätter Bildtafeln, Titelblatt in Rot- und Schwarzdruck, Kupfertitel.
(Erworben von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel; Signatur: Xb 12° 264)

Salomon Liscovius (1640–1689), der als Pastor in Sachsen tätig war, gehörte als gekrönter kaiserlicher Poet zu den bekannten Dichtern des lutherischen Kirchenliedguts. Seine Lieder, die "sich durch ihre Innigkeit und Tiefe, wie durch ihre schöne und fließende Sprache" auszeichnen (ADB 16, 1863), wurden bereits früh in lutherische Gesangbücher aufgenommen.

Liscovius selbst hat keine Sammlung seiner Lieder herausgegeben, doch fanden sie in größerem Umfang Eingang in das vorliegende Werk "Christlichen Frauen-Zimmers Geistlicher Tugend-Spiegel", das erstmals 1672 veröffentlicht wurde.

Der Band im für Erbauungsliteratur typischen Kleinformat weist neben einem Kupfertitel dreizehn Kupfertafeln auf und ist in einen grün-rot gepunzten Ledereinband gefasst, der auf Vorder- und Rückdeckel sowie dem Rücken mit Plattenstempeln (Rosen und Blumenornament) und im Schnitt durchgehend mit floralen Mustern geschmückt ist.

Im VD 17 wurden bisher nur zwei frühere, ebenfalls in Leipzig gedruckte Ausgaben nachgewiesen. Diese nun antiquarisch erworbene spätere Ausgabe war bibliographisch unbekannt. Zusammen mit weiteren Ausgaben verdeutlicht sie das breite Interesse an diesem Werk.

Buch des Monats Juli 2017:
Minna’s frohe Empfindungen am Klavier. Ein Neujahrsgeschenk der Freundschaft und Liebe. – Speyer : Bossler, 1788. – Partitur, 30 Seiten
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Mus.pr. 2015.425)

Minna’s frohe Empfindungen am Klavier. Ein Neujahrsgeschenk der Freundschaft und Liebe. – Speyer : Bossler, 1788. Minna’s frohe Empfindungen am Klavier. Ein Neujahrsgeschenk der Freundschaft und Liebe. – Speyer : Bossler, 1788. – Partitur, 30 Seiten
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Mus.pr. 2015.425)

Der musikalische Verlag von Heinrich Philipp Carl Bossler in Speyer war nicht nur das Sprachrohr der Mannheimer Tonschule. Als Urheber vieler "Musikalischer Anthologien", "Blumenlesen" und weiterer Sammelwerke für die gehobene musikalische Unterhaltung wurde Bossler in den 1780er Jahren zum einflussreichen süddeutschen Verleger für Werke der Pfälzer, badischen und bayerischen Kapellmeister und Hofkomponisten, wie zum Beispiel Antonio Rosetti und Joseph Aloys Schmittbauer. Die bislang nur in einem Exemplar bekannte, 1788 veröffentlichte Sammlung "Minna’s frohe Empfindungen am Klavier" ist ein kleines, höchst geschmackvoll gestaltetes Bändchen im Oktavformat. Es enthält vier kurze Klavierstücke, in der Hauptsache aber 12 empfindsame Klavierlieder von Antonio Rosetti, Joseph Haydn und Leopold Koželuch, die das Thema der Liebessehnsucht umkreisen. Das Lied "Huldigung" auf ein Gedicht von Ludwig Hölty hat Antonio Rosetti mit einer Begleitung von Violine und Klavier vertont und damit den Bogen von der Kammerkantate zum ensemblebegleiteten Lied im frühen 19. Jahrhundert geschlagen, dessen berühmteste Vertreter Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven sind. Ganz aus dem Rahmen fällt der mit Tinte geschriebene Nachtrag auf der Schlußseite 30: Die leeren Notenzeilen wurden für eine fragmentarische Notiz des Liedes "Hänschen klein" mit akkordischer Begleitung genutzt.

Buch des Monats Juni 2017:
Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie. - Jerusalem : The Hebrew University of Jerusalem, 2015. - 45 [i.e. 46] leaves : facsimile ; 43 cm
Erworben von der Deutschen Nationalbibliothek (Sammlung Künstlerische Drucke am Standort Leipzig) Signatur: XI B 1586

 Einstein, Albert: Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie  (Faksimile in einer Triptychon-Kasselte) Einstein, Albert 1879-1955:
Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie. - Jerusalem : The Hebrew University of Jerusalem, 2015. - 45 [i.e. 46] leaves : facsimile ; 43 cm (IDN 1130610551)

Der israelische Herausgeber Ido Agassi (Buchkünstler, Buchbinder und Restaurator) beschreibt die Entstehung dieses Faksimiles: "Durch die Arbeit als Restaurator von Albert Einsteins Privatbibliothek in Jerusalem stieß ich auf das Manuskript der Relativitätstheorie. Nachdem ich diese aufregenden 46 Seiten durchgesehen hatte, realisierte ich dass nie zuvor ein Faksimile davon erstellt worden war und diese bedeutende Handschrift, mit all ihren Anfügungen und Kommentaren und in ihrer ungewöhnlichen Erscheinung von unterschiedlich großen überformatigen Papieren, dadurch für kaum jemanden sichtbar ist. Nach langen Verhandlungen bekam ich die Erlaubnis für die Faksimilierung dieses großartigen Manuskripts. Es wird in einer limitierten Auflage erscheinen die den 100. Geburtstag des Manuskripts ehrt."

Albert Einstein überließ das Manuskript der Hebrew University in Jerusalem als Geschenk zum Anlass ihrer Gründung 1925.

Das 46seitige Faksimile ist auf 110g Papier gedruckt. Jede Seite ist handbeschnitten um die Originalgrösse und Originalkanten des Manuskriptseiten widerzugeben.Die Auswahl des Materials und der Farben machen das Faksimile sowohl optisch wie haptisch so authentisch wie möglich. Das Faksimile liegt in einer mit dunkelblauer Seide bezogenene Triptychon-Kassette, die extra auf die unterschiedlichen Überformate der 46 Blatt abgestimmt wurde.

Buch des Monats Mai 2017:
Jansen, Rudolf: Ein tugendhafter Ehebruch. – Berlin : Metropol, [1906]. – 47 Seiten. (Intime Geschichten; 154) und Wendland, Egon: Eine empfehlenswerte Frau. – Berlin : Metropol, [1908]. – 47 Seiten. (Intime Geschichten; 232).
(Erworben von der Staatsbibliothek zu Berlin, Signatur.: 50 MA 35307 und Yt 726/52-232<a>)

Cover des Heftes "Ein tugendhafter Ehebruch" von Jansen, Rudolf und Inhaltsverzeichnis Jansen, Rudolf: Ein tugendhafter Ehebruch. – Berlin : Metropol, [1906]. – 47 Seiten. (Intime Geschichten; 154) und Wendland, Egon: Eine empfehlenswerte Frau. – Berlin : Metropol, [1908]. – 47 Seiten. (Intime Geschichten; 232). 
(Erworben von der Staatsbibliothek zu Berlin, Sign.: 50 MA 35307 und Yt 726/52-232<a>)

Diese beiden Hefte der "Intimen Geschichten" sind echte Groschenromane, wie sie der Gattung ihren Namen gegeben haben: "Preis 10 Pf. (15 Heller)". Die erotischen Novellen erschienen wöchentlich, in jeweils einheitlich gestalteten Heften von 47 oder 48 Seiten Umfang. In Bibliotheken sind sie nur sehr selten anzutreffen, da derartige Hefte damals üblicherweise als nicht sammelwürdig betrachtet wurden. Zudem fielen einige der Titel, die aus heutiger Sicht von geradezu rührender Harmlosigkeit sind, der Zensur zum Opfer, wie ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis auf der Rückseite von Heft 232 zeigt: "konfisziert". Interessant sind sie besonders für die Geschichte des Verlagswesens und des Buchhandels („Zu haben in allen Buchhandlungen, Papiergeschäften und im Metropol-Verlag“) ebenso wie für die Leseforschung.

Während Heft 154 neu für den Bestand der Staatsbibliothek ist, ersetzt Nummer 232 einen Kriegsverlust – daher auch die verschiedenartigen Signaturen –, denn als Pflichtexemplare wurden in der damaligen Königlichen Bibliothek zu Berlin auch eher ungewöhnliche Titel eingearbeitet.

Buch des Monats April 2017:
Müller, Adolph: Accordion-Schule, oder: Vollständige Anleitung in kurzer Zeit richtig spielen zu erlernen. Mit Übungen und Unterhaltungsstücken für alle Arten des Accordions verfasst. – Wien : bei Ant. Diabelli und Comp., [1833?]. – 52 Seiten.
(Erworben von der Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg, Frankfurt am Main, Sign.: Mus. pr. 16/7)

Titelblatt von Müller, Adolph: Accordion-Schule, oder: Vollständige Anleitung in kurzer Zeit richtig spielen zu erlernen. Mit Übungen und Unterhaltungsstücken für alle Arten des Accordions Müller, Adolph: Accordion-Schule, oder: Vollständige Anleitung in kurzer Zeit richtig spielen zu erlernen. Mit Übungen und Unterhaltungsstücken für alle Arten des Accordions verfasst. – Wien : bei Ant. Diabelli und Comp., [1833?]. – 52 Seiten. 
(Erworben von der Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg, Frankfurt am Main, Sign.: Mus. pr. 16/7)

Im Mai 1829 erhielt der Wiener Orgel- und Klavierbauer Cyrill Demian (1772 oder 1774 – 1847) ein Patent für "die Erfindung eines neuen Instruments […], welches die Form eines kleinen Kästchens hat, worin Federn auf Stahlplatten samt einem Blasebalg angebracht sind, dass es bequem eingesteckt werden kann". Er selbst nannte das neue Musikinstrument "Accordion". Aufgrund seiner Handlichkeit und des niedrigen Preises fand das "Accordion" eine rasche Verbreitung.

Bereits Anfang der 1830er Jahre erschienen die ersten Spielanleitungen. Die hier vorliegende wurde von dem österreich-ungarischen Komponisten Adolf Müller senior [eigentlich Matthias Schmid] (1801 – 1886) veröffentlicht. Müller ist insbesondere durch seine Vertonungen von Possen und Ausstattungsstücken Ludwig Anzengrubers und Schauspielmusiken zu Werken Johann Nestroys bekannt geworden, u. a. zu "Lumpazivagabundus" und "Einen Jux will er sich machen". Er ist von großer Bedeutung für die Entwicklung der Wiener Operette und für das Musikleben Wiens im 19. Jahrhundert. Als Kapellmeister an drei Wiener Vorstadttheatern scheint er als Verfasser einer volkstümlichen "Accordion-Schule" prädestiniert.

Das kleine Akkordeon-Lehrbuch wurde vom damals bekanntesten Wiener Musikverleger und "k.k. Hofmusikalienhändler" Anton Diabelli (1781 – 1858) herausgegeben, dem Ludwig van Beethoven sein letztes großes Klavierwerk widmete, die Diabelli-Variationen op. 120.

Alle 52 Seiten des Heftes sind gestochen, nicht nur die Notenbeispiele, sondern auch der Text! Der Druck auf kräftiges Papier ergibt ein ästhetisch ansprechendes Schriftbild , was didaktisch förderlich wirken kann. Die "Accordion-Schule" ist in deutschen Bibliotheken nicht nachweisbar.

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