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Die föderativ geprägte Geschichte Deutschlands ließ vielfältige und reichhaltige Bibliotheken entstehen. Jedoch hatte keine von ihnen den Auftrag oder die Mittel, alle im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke zu sammeln, weshalb rund ein Drittel davon in deutschen Bibliotheken fehlt. Erst 1913 wurde die Deutsche Bücherei in Leipzig (seit 2006 Deutsche Nationalbibliothek) als Sammelstätte für das gesamte deutsche Schrifttum eröffnet. Das Defizit aus der Zeit davor machte sich besonders bemerkbar, als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Studium und Forschung expandierten und daraus ein erhöhter Bedarf an Quellenliteratur entstand.

In seiner Studie Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung (Göttingen 1983) entwickelte Bernhard Fabian die Idee einer verteilten Nationalbibliothek, um die erheblichen Lücken an gedruckter Literatur in Deutschland zu schließen. Er schlug vor, dass fünf Bibliotheken ihre Bestände innerhalb bestimmter Zeitsegmente systematisch ergänzen sollten, nämlich die Bibliotheken, die im jeweiligen Zeitabschnitt die reichsten Bestände besaßen und damit die beste Grundlage für eine Vervollständigung boten.

1989 schlossen sich die heute für den Zeitraum 1450-1912 zuständigen Bibliotheken zur Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke zusammen, um ein koordiniertes Vorgehen bei der Sammlung der ihnen fehlenden Werke des deutschen Sprach- und Kulturraums zu sichern. Die Finanzierung übernahm für fünf Jahre die Volkswagen-Stiftung, seitdem obliegt sie den Unterhaltsträgern. Seit 1995 beteiligt sich auch die Deutsche Nationalbibliothek im Rahmen ihres gesetzlichen Sammelauftrags an der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke.

Die Bibliotheken, welche die Zeitsegmente bis zum Erscheinungsjahr 1912 betreuen, sammeln retrospektiv, während die Deutsche Nationalbibliothek für die laufende Erwerbung und nationalbibliografische Verzeichnung der deutschen Drucke der Gegenwart zuständig ist.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich das Konzept einer dezentralen, chronologisch gegliederten Sammlung bestens bewährt. Die abgestimmte Erwerbungspolitik der Bibliotheken und die moderne Informations- und Kommunikationstechnik ermöglichen den Aufbau einer verteilten Nationalbibliothek.

Letzte Änderung: 13.05.2014

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