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Willkommen bei der AG Sammlung Deutscher Drucke

In der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke (AG SDD) kooperieren sechs Bibliotheken, um eine umfassende Sammlung der gedruckten Werke des deutschen Sprach- und Kulturraums vom Beginn des Buchdrucks bis in die Gegenwart aufzubauen, zu erschließen, der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und für künftige Generationen zu bewahren.

Dadurch entsteht eine verteilte Nationalbibliothek, in der die beteiligten Bibliotheken für einzelne Zeitsegmente verantwortlich sind.

1450 - 1600 Bayerische Staatsbibliothek München (Notendrucke bis 1800) (Vorsitz)
1601 - 1700Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
1701 - 1800Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
1801 - 1870Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main
1871 - 1912 Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (Landkarten und Zeitungen: 1801 - 1912, Notendrucke: 1801 - 1945)
1913 ff.Deutsche Nationalbibliothek

Letzte Änderung: 1.7.2014

Buch des Monats Juli 2014:
Jan Dubravius : Theriobulia Joannis Dubrauii Iurisconsulti & Equitis aurati de Regiis praeceptis. Nürnberg : Peypus, Friedrich, 12. März 1520. – [38] Blatt, Titelholzschnitt
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Res/A.lat.a. 2617 z)

Titel von Jan Dubravius, Theriobulia Joannis Dubrauii Jan Dubravius : Theriobulia Joannis Dubrauii Iurisconsulti & Equitis aurati de Regiis praeceptis. Nürnberg : Peypus, Friedrich, 12. März 1520. – [38] Blatt, Titelholzschnitt. - 
Signatur: Res/A.lat.a. 2617 z

Eines von nur zwei bekannten Exemplaren der ersten Ausgabe eines neulateinischen Fürstenspiegels in antiken Versmaßen, das in Form eines Fabelbuchs der Belehrung des jungen Königs Ludwig II. von Ungarn und Böhmen (1506-1526) diente. Es entstand vermutlich 1518 anlässlich der Übernahme der Regierungsgeschäfte durch den von den Ständen in Ungarn und Böhmen als mündig anerkannten jungen Regenten. Als Vorlage diente dem Verfasser Jan Dubravius (1486–1553), böhmischer Humanist und späterer Bischof von Olmütz, die altböhmische Dichtung „Nová Rada“ seines Landsmannes Smil Flaška von Pardubitz (ca. 1349–1403). Im Gegensatz jedoch zu der mit ironischen Ratschlägen durchsetzten satirischen Tierdichtung, handelt es sich bei Dubravius‘ Version um einen typisch humanistischen Fürstenspiegel, der in einer persönlich gehaltenen Lehr- und Mahnschrift die moralische Intention deutlich stärker in den Vordergrund treten lässt. In Form einer lockeren Folge von Ermahnungen werden die vier Kardinaltugenden, prudentia, iustitia, temperantia und fortitudo (Klugheit, Gerechtigkeit, Mäßigung und Tapferkeit) als Grundlage für eine kluge Staatsführung thematisiert.

Dubravius, der neben seinen diplomatischen Tätigkeiten, offenbar ausreichend Zeit fand für seine literarischen Bestrebungen, hinterließ ein vielfältiges literarisches Oeuvre, darunter ein umfassendes Werk zur Geschichte Böhmens sowie eine Anweisung zur Fischzucht und Fischteichtechnik, die er für die oberungarischen Unternehmungen von Franz Thurzo und Anton Fugger verfasste.

Buch des Monats Juni 2014:
Vogel, Walter: Pina. - Remscheid : Bergischer Verl., 2013. 133 S., zahlr. Ill.
ISBN 978-3-943886-20-7 Pp.
(Als Pflichtexemplare eingegangen in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig und Frankfurt am Main; Signaturen: 2014 B 1203; 2014 B 13164)

Buchcover: Vogel, Walter: Pina Vogel, Walter: Pina. - Remscheid : Bergischer Verl., 2013. 133 S., zahlr. Ill.
ISBN 978-3-943886-20-7 Pp.
(Als Pflichtexemplare eingegangen in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig und Frankfurt am Main; Signaturen: 2014 B 1203; 2014 B 13164)

Am 30. Juni dieses Jahres jährt sich der Todestag von Pina Bausch zum fünften Mal. Die am 27. Juli 1940 in Solingen geborene Tänzerin und Choreografin gehörte zu einer der weltweit Angesehensten ihres Faches. Als eine der Mitbegründerinnen des modernen Tanztheaters verstand sie es, musikalische Kompositionen ausdrucksvoll zu interpretieren und Tanz mit Gesang, Pantomime, Artistik und Schauspiel zu einer neuen Kunstgattung zu verbinden.
Im Bestand der Deutschen Nationalbibliothek befinden sich mehr als 100 deutsch- und fremdsprachige Medienwerke zu Pina Bausch. Die Abbildung zeigt ein Werk des 2012 für sein fotografisches Lebenswerk mit dem Kunstpreis der Düsseldorfer Künstler ausgezeichneten Fotografen Walter Vogel.

Buch des Monats Mai 2014:
Bunter Abend: Vortrags-Sammlung der Vortragsvereinigung Deutscher Künstler. Herausgegeben von Reinhold Eichacker und Ernst Weitz-Edwiga und Eugen Ludwig Gattermann. München [u.a.]: Hans-Sachs-Verlag, 1912. (Neuerwerbung der Staatsbibliothek zu Berlin, Signatur: EBD: 50 PA 1482-1912)

Abbildung von Einband und Titelblatt "Bunter Abend" 1912 Bunter Abend: Vortrags-Sammlung der Vortragsvereinigung Deutscher Künstler. Herausgegeben von Reinhold Eichacker und Ernst Weitz-Edwiga und Eugen Ludwig Gattermann. München [u.a.]: Hans-Sachs-Verlag, 1912. (Signatur: EBD: 50 PA 1482-1912)

Beim „Bunten Abend“ handelt es sich um eine Zeitschrift, der nur ein kurzes Leben beschieden war, sie erschien lediglich 1912 und 1913. Reinhold Eichacker war Jurist, der seit 1913 als freier Schriftsteller in Tutzing lebte; Ernst Weitz-Edwiga Schauspieler, Sänger und Theaterregisseur; Eugen Ludwig Gattermann schließlich komplettierte die Künste als Schriftsteller, Maler und Komponist.

Besonders aufwendig gestaltet ist der Einband, der dem Buch einen Platz in der Einbandsammlung (EBD) eingebracht hat: Er ist aus Pergament und verziert mit roten runden Intarsien, die in gestanzte Löcher eingefügt wurden. Diese bilden nicht nur auf Vorder- und Hinterdeckel einen Rahmen, sondern ahmen auf beiden Deckeln und dem Rücken Bünde nach. Leider sind einige dieser Intarsien im Laufe der Zeit verloren gegangen. Die schöne Gestaltung setzt sich innen mit den Vorsatz aus Buntpapier fort. Das mehrfarbige Papier zeigt asiatisch anmutende Vögel auf einem Wellendekor.

Buch des Monats April 2014:
Die Russische Armee und ihre gegenwärtige Verfassung. Prag: Bohmanns Erben, 1829. 32 S., [8 kolorierte Kupfertaf.](Neuerwerbung der Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg Frankfurt am Main, Signatur: W 3139)

Bild aus Die Russische Armee und ihre gegenwärtige Verfassung Die Russische Armee und ihre gegenwärtige Verfassung. Prag: Bohmanns Erben, 1829. 32 S., [8 kolorierte Kupfertaf.]

(Signatur: W 3139)

Das in vier monatlichen Lieferungen erschienene Werk beschreibt neben Organisation und Ausrüstung der Russischen Armee besonders eindrucksvoll die Härte des militärischen Alltags: „Die Rekruten werden aus dem ganzen Reich nach den Depots abgeführt. […] Weit, oft tausend Meilen von der Heimath entfernt, hat der Soldat dann 25 lange Jahre [!] im Kriegsdienst zu durchleben, ehe ihm die Hoffnung zur Rückkehr wird. Kein Urlaub versüßet ihm die lange Trennung. […] Das Ausheben der Rekruten geschieht durch das Loos, wen es trifft, ledig oder verheurathet, der ist Soldat.“ (S. 8/9) Die idealisierte Darstellung einzelner Truppenteile auf den acht Kupferstichen in prächtigem Kolorit steht im Gegensatz zu den im Text beschriebenen Entbehrungen.

Buch des Monats März 2014:
Heinrich August Kerndörffer: Die Familie von Bardenstern. Ein historisches Gemählde aus der würklichen Welt, Leipzig 1795. – [5] Bl., 414 S.
(Erworben von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Signatur: DD2013 A 215)

Abbildung Titelseite von Die Familie von Bardenstern Heinrich August Kerndörffer: Die Familie von Bardenstern. Ein historisches Gemählde aus der würklichen Welt, Leipzig 1795. – [5] Bl., 414 S.
(Erworben von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Signatur: DD2013 A 215)

Heinrich August Kerndörffer (1769–1846) entstammte einer Leipziger Pastorenfamilie. Nach dem Studium der Philosophie an der Universität Leipzig wurde er Universitätsdozent und später Privatgelehrter. Bekannt wurde Kerndörffer als Autor einer stattlichen Zahl von Trivialromanen, deren literarische Qualität auch von Zeitgenossen eher gering geschätzt wurde. Sein Repertoire deckte alle Spielarten des Trivialen ab: Er verfasste Familienromane, politische Abenteuerromane sowie Ritter-, Räuber- und Bundesromane, wobei er sich nicht scheute, die Stoffe berühmterer Romanschriftsteller nachzuahmen. Der Neue Nekrolog der Deutschen (Bd. 24 (1846), S. 1094) entschuldigt sich für seine fast dreiseitige Auflistung von Kerndörffers Romanen mit den Worten: „Wir fürchten, mit nachstehender Aufzählung seiner Produkte die Thätigkeit dieses schreibseligen, größthentheils seichten Auktors noch nicht vollständig dargelegt zu haben.“
Die vorliegende Erstausgabe des Romans Die Familie von Bardenstern gehörte ursprünglich zur bedeutenden Tetschner Bibliothek der Grafen Thun-Hohenstein, die 1933 vom tschechoslowakischen Militär im Zuge der Beschlagnahmung und Einrichtung des Schlosses als Militärquartier nach Prag transferiert und dort dem Antiquariatshandel angeboten worden war. Zahlreiche Bücher der Tetschner Bibliothek, die ursprünglich mehrere tausend Bände umfasst hatte, wurden 1934 von dem Antiquar H. P. Kraus in Prag angekauft, der später eines der bedeutendsten Antiquariate in den USA innehatte.

Buch des Monats Februar 2014:
Caprimulgus Ridiculantius: Der Recht außgemusterte und wohl-qualificirte Polischinello. Leipzig 1695. (Neuerwerbung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Signatur: Xb 12° 74)

Abbildung aus Caprimulgus Ridiculantius Caprimulgus Ridiculantius: Der Recht außgemusterte und wohl-qualificirte Polischinello. Leipzig 1695.
Signatur: Xb 12° 74

Sehr seltene Anthologie, die ein noch nicht identifizierter Verfasser unter den Pseudonymen der aus Christian Weises Poeten-Zunft bekannten Caprimulgus und Ridiculantius veröffentlicht - ein buntes Potpourri von Geschichten zum Zeitvertreib, zur Erbauung und Belehrung in der Art der typischen Exempelsammlung des Barock.

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