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Willkommen bei der AG Sammlung Deutscher Drucke

In der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke (AG SDD) kooperieren sechs Bibliotheken, um eine umfassende Sammlung der gedruckten Werke des deutschen Sprach- und Kulturraums vom Beginn des Buchdrucks bis in die Gegenwart aufzubauen, zu erschließen, der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und für künftige Generationen zu bewahren.

Dadurch entsteht eine verteilte Nationalbibliothek, in der die beteiligten Bibliotheken für einzelne Zeitsegmente verantwortlich sind.

1450 - 1600 Bayerische Staatsbibliothek München (Notendrucke bis 1800)
1601 - 1700Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
1701 - 1800Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
1801 - 1870Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main
1871 - 1912 Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (Landkarten und Zeitungen: 1801 - 1912, Notendrucke: 1801 - 1945)
1913 ff.Deutsche Nationalbibliothek (Vorsitz)

Letzte Änderung: 29.4.2013

Buch des Monats Juni 2013:
Korfmacher, Wolfgang: Das vollendete Pokerface. Illustriert von Petrus Akkordeon.- Berlin : SuKuLTuR, 2012. 18 S. – Schöner lesen; Nr. 109.
ISBN 978-3-941592-30-8 geh.
(Als Pflichtexemplare eingegangen in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig und Frankfurt am Main; Signaturen: 2012 A 45512; 2012 A 29651)

Abbildung des Einbandes von Korfmacher, Das vollendete Pokerface Korfmacher, Wolfgang: Das vollendete Pokerface. Illustriert von Petrus Akkordeon.- Berlin : SuKuLTuR, 2012. 18 S. – Schöner lesen; Nr. 109.
ISBN 978-3-941592-30-8 geh.
(Als Pflichtexemplare eingegangen in Leipzig und Frankfurt am Main; Signaturen: 2012 A 45512; 2012 A 29651)

Die Hefte der Reihe „Schöner lesen“ sind ein schönes Beispiel für den weitreichenden Sammelauftrag der Deutschen Nationalbibliothek, der das neutrale Sammeln auch von sog. Kleinschrifttum oder von Kiosk-Literatur umfasst.
Der Berliner Verlag SuKuLTuR wurde 2011 mit dem V.O.Stomps-Förderpreis 2011 der Stadt Mainz für seine kleinverlegerische Leistung ausgezeichnet. Die Leseheftreihe "Schöner Lesen" beinhaltet Texte (Prosa, Lyrik, Essay, Kurzdramatik) sowohl von anerkannten als auch von unbekannten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, aber auch fremdsprachige Werke in Übersetzungen. Die Heftchen werden nicht nur über den Buchhandel vertrieben, sondern auch an Automaten zusammen mit Weingummi, Schokoriegeln, Kaugummi und sonstigem Naschwerk. Die Idee ist nicht neu, aber geeignet, Lesefreude unter die Menschheit zu bringen.

Buch des Monats Mai 2013:
Paul Thumann: Vater Unser in Bildern. Mit einer Dichtung von Martin Luther. [Entwurf des Einbandes von G. Weidenbach]. - Leipzig : Titze ; Leipzig : Giesecke & Devrient [Drucker] ; Leipzig : Hübel & Denck [Drucker, Einband], 1886. - [29] Bl. : überwiegend Ill.
(Erworben von der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Signatur: 50 MB 5289 : R)

Abbildung des Einbandtitels und Widmung Paul Thumann: Vater Unser in Bildern. Mit einer Dichtung von Martin Luther. [Entwurf des Einbandes von G. Weidenbach]. - Leipzig : Titze ; Leipzig : Giesecke & Devrient [Drucker] ; Leipzig : Hübel & Denck [Drucker, Einband], 1886. - [29] Bl. : überwiegend Ill.
(Signatur: 50 MB 5289 : R)

Das „Vater Unser in Bildern“ ist ein typisches Beispiel für religiöse Erbauungsliteratur der Kaiserzeit, was sich vor allem an seiner Ausstattung zeigt: Sowohl der Einband als auch die Illustrationen machen dieses Buch zu einem repräsentativen Stück, das voll und ganz dem damaligen Zeitgeschmack entspricht. Bemerkenswert ist die Widmung Irene, von Onkel Wilhelm, Weihnachten 1886 des späteren deutschen Kaisers Wilhelm II. an Irene Prinzessin von Hessen und bei Rhein. Dieses Buch war prächtig genug, um im Kaiserhaus als Weihnachtsgeschenk zu dienen.

Buch des Monats April 2013:
Johann Erdmann Gottlieb Prestel: Reit-, Fahr- und Jagdereignisse aus dem Leben des Grafen Moritz Sándor : aufgenommen, gemalt und photographisch vervielfältigt von J. G. Prestel. [Bd. 1 – 3]. Mainz : Victor v. Zabern, [ca. 1865]
(Erworben von der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main. Signatur: WT 79 Bd. 1 – 3)

Johann Erdmann Gottlieb Prestel, Reit-, Fahr- und Jagdereignisse aus dem Leben des Grafen Moritz Sándor Johann Erdmann Gottlieb Prestel: Reit-, Fahr- und Jagdereignisse aus dem Leben des Grafen Moritz Sándor : aufgenommen, gemalt und photographisch vervielfältigt  von J. G. Prestel.  [Bd. 1 – 3]. Mainz : Victor v. Zabern, [ca. 1865]
(Signatur: WT 79 Bd. 1 – 3)

Der ungarische Graf Moritz Sándor (1805 - 1878), Schwiegersohn von Fürst Clemens Wenzel von Metternich, war weithin für seine Reitkünste bekannt. Sein Freund Johann Erdmann Gottlieb Prestel (1804 - 1885) skizzierte und malte die Reiterkunststücke des Grafen und vervielfältigte die Bilder in einer eigens dafür gegründeten photographischen Anstalt in Mainz.
Auf der hier gezeigten Abbildung aus dem 1. Band reitet der Graf auf seinem Pferd Tartar – zur Verwunderung seiner Angestellten - in seinem Palais in Ofen von seinem Zimmer die Haupttreppe hinunter in den Hof.

Buch des Monats März 2013:
Liber sine titulo oder das Buch ohne Titul wovon das Manuscript den vierten May 1783. auf dem Blocksberg gefunden worden ist, zum Druck gebracht von Johann Martin Blasius Wurzelgräber und Apenbeerpächter auf dem Harz – Osterwick: Sturzbaum, 1784. – 6 Bl., 51 S.
(Erworben von der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Signatur: DD2012 A 84)

Liber sine titulo oder das Buch ohne Titul Liber sine titulo oder das Buch ohne Titul wovon das Manuscript den vierten May 1783. auf dem Blocksberg gefunden worden ist, zum Druck gebracht von Johann Martin Blasius Wurzelgräber und Apenbeerpächter auf dem Harz – Osterwick: Sturzbaum, 1784. – 6 Bl., 51 S.
(Signatur: DD2012 A 84)

Das Manuskript dieses Werks ist höchst ungewöhnlicher Herkunft: Laut seinem Titel wurde es am 4. Mai 1783 von Johann Martin Blasius, Wurzelgräber und Apenbeerpächter, auf dem Blocksberg gefunden und zum Druck gebracht. Schon der Fundort lässt nichts Gutes ahnen, und der Verdacht auf die finstere Herkunft des Werks bestätigt sich schon in der Vorrede: Der Verfasser ist nämlich laut Eigenaussage „Urheber des Stolzes und der Unverschämtheit“ – hier schreibt also angeblich der Teufel persönlich.
In dem kleinen gedruckten Heft aus dem Jahr 1784 wird die Gesellschaft aus der Perspektive des Teufels geschildert, der sich in der Ich-Form an die Leser wendet. Indem der Leibhaftige über seine Person, Herrschaft, Untertanen, sein Verhalten sowie über Religion, Sitten und Gebräuche in seinem Reich berichtet, wird die Gesellschaft der Zeit in satirischer Form aufs Korn genommen. Kritisiert werden einerseits der „Aberglauben“ der Altgläubigen, andererseits Unglauben bzw. Areligiosität sowie Leichtgläubigkeit, Rationalismus, Selbstüberschätzung und mangelnde Bildung. Der Verfasser ist wohl protestantischer Einstellung, denn zum Schluss heißt es (S. 49f.): „Am Ende noch etwas in das Ohr der Doktor-Luther-Köpfe: Für sie habe ich nicht geschrieben, wie sie zu ersehen belieben werden, inzwischen kann es ihnen nichts schaden, wenn sie den Unterschied zwischen ihrer und meiner Sittenlehre und Religion genauer, und zwar durch mich selbst kennen lernen. Fürchten dürfen sie sich dieserwegen nicht vor mir, denn mit ihnen mag ich nichts zu thun haben, nehmen sie mirs nicht übel.“

Buch des Monats Februar 2013:
Caspar Neumann: Neu-vermehrter Kern aller Gebett/ Auf alle Fest- Feyer- Sonn- und Werk-Täge : Samt einem vollständigen Buß- Beicht- und Com[m]union-Buch ... Auch einem Gesang-Buch. Stuttgart: Trew, 1688. [5] Bl., 390 [i.e. 402] S., [1] Bl., 258, 48 S., [4] gef. Bl., [24] Bl. ; lang-12°
(Erworben von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Signatur: Xb 9922)

Umschlag von: Caspar Neumann: Neu-vermehrter Kern aller Gebett/ Auf alle Fest- Feyer- Sonn- und Werk-Täge Caspar Neumann: Neu-vermehrter Kern aller Gebett/ Auf alle Fest- Feyer- Sonn- und Werk-Täge : Samt einem vollständigen Buß- Beicht- und Com[m]union-Buch ... Auch einem Gesang-Buch. Stuttgart: Trew, 1688. [5] Bl., 390 [i.e. 402] S., [1] Bl., 258, 48 S., [4] gef. Bl., [24] Bl. ; lang-12°
Signatur: Xb 9922

Äußerst seltene in Stuttgart gedruckte Ausgabe des bekannten Gebetbuchs von dem Erbauungsschriftsteller Caspar Neumann (1648-1715) mit 24 emblematischen Darstellungen und teilweise kleinen Städteansichten aus Württemberg in ovale Kartuschen am unteren Bildrand eingefasst.

Buch des Monats Januar 2013:
Albertus Magnus: Weiber geheymnuß. Albertus Magnus von Weibern vnd Geburten der Kinder Sampt jhren Artzneyen. Auch von tugenten etlicher fürnemer Kräuter. Vnd von krafft der Edlen Gesteyn. Von art vnd natur etlicher Thier. Mit sampt einem bewerten Regiment für die Pestilentz […] Frankfurt am Main: Christian Egenolff d. Ä. (Erben), 1575. – 1 Bl., 215 S., 3 Bl., 116 Holzschnitte
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Anat. 527 g)

Albertus Magnus, Weiber geheymnuß Albertus Magnus: Weiber geheymnuß. Albertus Magnus von Weibern vnd Geburten der Kinder Sampt jhren Artzneyen. Auch von tugenten etlicher fürnemer Kräuter. Vnd von krafft der Edlen Gesteyn. Von art vnd natur etlicher Thier. Mit sampt einem bewerten Regiment für die Pestilentz […] Frankfurt am Main: Christian Egenolff d. Ä. (Erben), 1575. – 1 Bl., 215 S., 3 Bl., 116 Holzschnitte
Signatur: Anat. 527 g

Äußerst seltene deutsche Ausgabe der „De secretis mulierum“, die bislang nur bibliografisch im VD 16 (ZV 28909) nachweisbar war. Die erste bekannte deutschsprachige Druckfassung erschien 1531 gleichfalls in der Frankfurter Offizin von Christian Egenolff d. Ä., zahlreiche weitere Auflagen folgten.
Diese in der Überlieferung Albertus Magnus zugeschriebene und in Mittelalter und Neuzeit weit verbreitete und beliebte Abhandlung befasst sich unter anderem mit Fragen der Gynäkologie, Schwangerschaftsdiagnose, Embryologie und Geburtshilfe. Beigefügt ist ein Traktat zur Pflanzen- und Steinheilkunde, daneben bietet das „Regiment für die Pestilentz“ Anweisungen, wie man sich in Zeiten der Pest verhalten solle. Das Werk enthält 116 Holzschnitte, die eindrucksvoll die Vielfalt der dargebotenen Themen illustrieren.

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