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Willkommen bei der AG Sammlung Deutscher Drucke

In der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke (AG SDD) kooperieren sechs Bibliotheken, um eine umfassende Sammlung der gedruckten Werke des deutschen Sprach- und Kulturraums vom Beginn des Buchdrucks bis in die Gegenwart aufzubauen, zu erschließen, der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und für künftige Generationen zu bewahren.

Dadurch entsteht eine verteilte Nationalbibliothek, in der die beteiligten Bibliotheken für einzelne Zeitsegmente verantwortlich sind.

1450 - 1600 Bayerische Staatsbibliothek München (Notendrucke bis 1800) (Vorsitz)
1601 - 1700Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
1701 - 1800Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
1801 - 1870Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main
1871 - 1912 Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (Landkarten und Zeitungen: 1801 - 1912, Notendrucke: 1801 - 1945)
1913 ff.Deutsche Nationalbibliothek

Letzte Änderung: 1.4.2014

Buch des Monats April 2014:
Die Russische Armee und ihre gegenwärtige Verfassung. Prag: Bohmanns Erben, 1829. 32 S., [8 kolorierte Kupfertaf.](Neuerwerbung der Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg Frankfurt am Main, Signatur: W 3139)

Bild aus Die Russische Armee und ihre gegenwärtige Verfassung Die Russische Armee und ihre gegenwärtige Verfassung. Prag: Bohmanns Erben, 1829. 32 S., [8 kolorierte Kupfertaf.]

(Signatur: W 3139)

Das in vier monatlichen Lieferungen erschienene Werk beschreibt neben Organisation und Ausrüstung der Russischen Armee besonders eindrucksvoll die Härte des militärischen Alltags: „Die Rekruten werden aus dem ganzen Reich nach den Depots abgeführt. […] Weit, oft tausend Meilen von der Heimath entfernt, hat der Soldat dann 25 lange Jahre [!] im Kriegsdienst zu durchleben, ehe ihm die Hoffnung zur Rückkehr wird. Kein Urlaub versüßet ihm die lange Trennung. […] Das Ausheben der Rekruten geschieht durch das Loos, wen es trifft, ledig oder verheurathet, der ist Soldat.“ (S. 8/9) Die idealisierte Darstellung einzelner Truppenteile auf den acht Kupferstichen in prächtigem Kolorit steht im Gegensatz zu den im Text beschriebenen Entbehrungen.

Buch des Monats März 2014:
Heinrich August Kerndörffer: Die Familie von Bardenstern. Ein historisches Gemählde aus der würklichen Welt, Leipzig 1795. – [5] Bl., 414 S.
(Erworben von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Signatur: DD2013 A 215)

Abbildung Titelseite von Die Familie von Bardenstern Heinrich August Kerndörffer: Die Familie von Bardenstern. Ein historisches Gemählde aus der würklichen Welt, Leipzig 1795. – [5] Bl., 414 S.
(Erworben von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Signatur: DD2013 A 215)

Heinrich August Kerndörffer (1769–1846) entstammte einer Leipziger Pastorenfamilie. Nach dem Studium der Philosophie an der Universität Leipzig wurde er Universitätsdozent und später Privatgelehrter. Bekannt wurde Kerndörffer als Autor einer stattlichen Zahl von Trivialromanen, deren literarische Qualität auch von Zeitgenossen eher gering geschätzt wurde. Sein Repertoire deckte alle Spielarten des Trivialen ab: Er verfasste Familienromane, politische Abenteuerromane sowie Ritter-, Räuber- und Bundesromane, wobei er sich nicht scheute, die Stoffe berühmterer Romanschriftsteller nachzuahmen. Der Neue Nekrolog der Deutschen (Bd. 24 (1846), S. 1094) entschuldigt sich für seine fast dreiseitige Auflistung von Kerndörffers Romanen mit den Worten: „Wir fürchten, mit nachstehender Aufzählung seiner Produkte die Thätigkeit dieses schreibseligen, größthentheils seichten Auktors noch nicht vollständig dargelegt zu haben.“
Die vorliegende Erstausgabe des Romans Die Familie von Bardenstern gehörte ursprünglich zur bedeutenden Tetschner Bibliothek der Grafen Thun-Hohenstein, die 1933 vom tschechoslowakischen Militär im Zuge der Beschlagnahmung und Einrichtung des Schlosses als Militärquartier nach Prag transferiert und dort dem Antiquariatshandel angeboten worden war. Zahlreiche Bücher der Tetschner Bibliothek, die ursprünglich mehrere tausend Bände umfasst hatte, wurden 1934 von dem Antiquar H. P. Kraus in Prag angekauft, der später eines der bedeutendsten Antiquariate in den USA innehatte.

Buch des Monats Februar 2014:
Caprimulgus Ridiculantius: Der Recht außgemusterte und wohl-qualificirte Polischinello. Leipzig 1695. (Neuerwerbung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Signatur: Xb 12° 74)

Abbildung aus Caprimulgus Ridiculantius Caprimulgus Ridiculantius: Der Recht außgemusterte und wohl-qualificirte Polischinello. Leipzig 1695.
Signatur: Xb 12° 74

Sehr seltene Anthologie, die ein noch nicht identifizierter Verfasser unter den Pseudonymen der aus Christian Weises Poeten-Zunft bekannten Caprimulgus und Ridiculantius veröffentlicht - ein buntes Potpourri von Geschichten zum Zeitvertreib, zur Erbauung und Belehrung in der Art der typischen Exempelsammlung des Barock.

Buch des Monats Januar 2014:
Ein sehr Künstlichs unnd Fürtrefflichs Kochbuch von allerley Speisen, auch wie man Latwergen, und Zucker einmachen soll, unnd sunst von anderen gutten haimlichen Künsten. Ainem jeden im hauß sehr notwendig und nützlich zu gebrauchen. Durch einen Fürnemen, unnd berümbten Koch seinem Ehegemahel zu der letze geschenckt. Nürnberg: Georg Merkel, 1559. – [28] Blatt, Titelholzschnitt
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Oecon. 2177 w)

Abbildung des Einbandes von "Ein sehr Künstlichs unnd Fürtrefflichs Kochbuch von allerley Speisen" Ein sehr Künstlichs unnd Fürtrefflichs Kochbuch von allerley Speisen, auch wie man Latwergen, und Zucker einmachen soll, unnd sunst von anderen gutten haimlichen Künsten. Ainem jeden im hauß sehr notwendig und nützlich zu gebrauchen. Durch einen Fürnemen, unnd berümbten Koch seinem Ehegemahel zu der letze geschenckt. Nürnberg: Georg Merkel, 1559. – [28] Blatt, Titelholzschnitt
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Oecon. 2177 w)

Aus der Offizin des für seine zahlreichen Veröffentlichungen von Sachs‘ Einzelschriften bekannten Georg Merkel stammt diese bislang nur in einem Exemplar nachweisbare Ausgabe eines anonym erschienenen Kochbuchs aus dem Jahr 1559.
Mit diesem Werk sollten Kenntnisse in der Zubereitung verschiedener Speisen vermittelt werden. Dabei richtet es sich an die kundige Hausfrau, die auch ohne die damals üblicherweise fehlenden genauen Mengen-, Temperatur- und Zeitangaben die aufgeführten Gerichte zubereiten konnte.
In insgesamt 88 verschiedenen Rezepten wird beschrieben, wie man Mandel- oder die sogenannte Igelmilch zubereitet, Brot backt oder Marzipan herstellt. Doch spielte auch der medizinische Aspekt bei der Zubereitung der Speisen eine wichtige Rolle. Über eine gesunde Ernährung sollte das Wohlbefinden des Menschen positiv beeinflusst werden, „damit dann der Mensch ain seine lautere und richtige ordnung hab“. So werden auch Anweisungen zur Herstellung eines „Süplein“ oder „Breylein“ für Kranke, damit der „Mensch wider fleisch“ gewinnt, oder für ein „Müßlein“ für Wöchnerinnen gegeben. Zusätzlich enthält das Kochbuch Rezepturen, „wann einem die füß erforen sindt“, gegen Mundfäule sowie um „Schön har machen“, was wiederum mit „Maienschmaltz“ und Leinöl gelingt.

Buch des Monats Dezember 2013:
Morris; Goscinny, René: Hundeleben. [Aus dem Franz. von Gudrun Penndorf.] - Berlin : Egmont Ehapa, 2012. 96 S., überw. Ill. - Lucky-Luke-Edition ; Bd. 5
ISBN 978-3-8413-6205-6 Pp.
(Als Pflichtexemplare eingegangen in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig und Frankfurt am Main; Signaturen: 2013 B 11521; 2013 A 35470)

Abbildung des Einbandes von Lucky Luke, Hundeleben Morris; Goscinny, René: Hundeleben. [Aus dem Franz. von Gudrun Penndorf.] - Berlin : Egmont Ehapa, 2012. 96 S., überw. Ill. - Lucky-Luke-Edition ; Bd. 5
ISBN 978-3-8413-6205-6 Pp.
(Als Pflichtexemplare eingegangen in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig und Frankfurt am Main; Signaturen: 2013 B 11521; 2013 A 35470)

Die Sammlung der Deutschen Nationalbibliothek dokumentiert seit 100 Jahren auch die Entwicklung des Comics bis hin zu einer heute anerkannten eigenen Kunstform. 1946 schuf der belgische Comiczeichner Maurice de Bévère unter seinem Künstlernamen Morris eine europaweit bekannte Comic-Serie mit der Titelfigur Lucky Luke. 1988 erhielt Morris einen Spezialpreis der Weltgesundheitsorganisation (WHO), weil er seinem Cowboy Lucky Luke erfolgreich das Rauchen abgewöhnt hatte. Bis 1955 schrieb Morris die Geschichten selbst, danach konzentrierte er sich überwiegend auf das Zeichnen und die Texte wurden von René Goscinny verfasst. Nach dem Tod Goscinnys 1977 arbeitete Morris mit verschiedenen Autoren zusammen. 2001 im Alter von 77 Jahren verstorben, wäre Morris am 1. Dezember 2013 90 Jahre alt geworden.

Buch des Monats November 2013:
Haugk's zerlegbarer Schulatlas, erschienen zwischen 1905 und 1908. Er enthält fünf Karten-Puzzles, zu jeder Puzzlekarte gehört eine Kartenvorlage.
(Erworben von der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Signatur: 4° Kart. W 29880)

Abbildung von Haugk's zerlegbarem Schulatlas Haugk's zerlegbarer Schulatlas, erschienen zwischen 1905 und 1908. Er enthält fünf Karten-Puzzles, zu jeder Puzzlekarte gehört eine Kartenvorlage. 
(Signatur: 4° Kart. W  29880)

Dieses Stück ist für die Kartographiegeschichte aus methodischer Sicht sehr bedeutsam. Es veranschaulicht die Tatsache, dass das in England erfundene Puzzle seine Wurzeln in der Kartographie und als Lehrmittel hatte. Der Kupferstecher und Kartenhändler John Spilsbury klebte dazu im Jahr 1767 eine Landkarte von Großbritannien auf ein Holzbrettchen und zersägte dieses entlang der Grenzlinien der verschiedenen Grafschaften. Bei den ersten Puzzles waren die Teile noch nicht verzahnt, wie es heute durch die Verwendung der so genannten Interlocking-Technik allgemein üblich ist. Diese fand erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Eingang in die Herstellung.
Durch die Einführung der Massenproduktion von Puzzles am Anfang des 20. Jahrhunderts konnten die bis dahin in Handarbeit hergestellten Legespiele deutlich preiswerter hergestellt werden und erlangten in kürzester Zeit eine unvergleichliche Popularität.

Buch des Monats Oktober 2013:
Moscherosch, Johann Michael: Newer Haupt- und Köpff Kram / Das ist: Kurtzer Bericht von allerhand seltzamen und wunderbarlichen Köpffen / so hin und wider gefunden und gesehen werden. Nürnberg: Fürst [ca. 1650].
(Erwerbung der HAB Wolfenbüttel, Signatur Einbl. Xb FM 297)

Einblattdruck mit einem satirischem Gedicht von dem Barockdichter Johann Michael Moscherosch auf das bekannte Sprichwort "Viel Köpf, viel Sinn" Moscherosch, Johann Michael: Newer Haupt- und Köpff Kram/ Das ist: Kurtzer Bericht von allerhand seltzamen und wunderbarlichen Köpffen/ so hin und wider gefunden und gesehen werden. Nürnberg: Fürst [ca. 1650].
Signatur: Einbl. Xb FM 297

Einblattdruck mit einem satirischem Gedicht von dem Barockdichter Johann Michael Moscherosch auf das bekannte Sprichwort "Viel Köpf, viel Sinn" - im Kupferstich originell in einer Stube voller Köpfe, mit welchen alles Mögliche ausprobiert wird, dargestellt. Das Exemplar ist eine sehr seltene, nur in einem weiteren Stück nachweisbare, Nürnberger Variante der erstmals bei Aubry in Straßburg erschienen Ausgabe. 

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