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Willkommen bei der AG Sammlung Deutscher Drucke

In der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke (AG SDD) kooperieren sechs Bibliotheken, um eine umfassende Sammlung der gedruckten Werke des deutschen Sprach- und Kulturraums vom Beginn des Buchdrucks bis in die Gegenwart aufzubauen, zu erschließen, der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und für künftige Generationen zu bewahren.

Dadurch entsteht eine verteilte Nationalbibliothek, in der die beteiligten Bibliotheken für einzelne Zeitsegmente verantwortlich sind.

1450 - 1600 Bayerische Staatsbibliothek München (Notendrucke bis 1800) (Vorsitz)
1601 - 1700Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
1701 - 1800Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
1801 - 1870Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main
1871 - 1912 Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (Landkarten und Zeitungen: 1801 - 1912, Notendrucke: 1801 - 1945)
1913 ff.Deutsche Nationalbibliothek

Letzte Änderung: 01.08.2018

Buch des Monats August 2018:
Ballett, Welches von der Sämptlichen Braunschweig-Lüneburgischen Jungen Herrschafft Zu Ehren/ und in Gegenwart Des Durchleichtigsten Fürsten und Herren/ Herrn Julij Frantz, Hertzogen zu Sachsen/ Engern und Westphaln, wie auch deroselben Hoch-Fürstlichen Gemahlin […] Zu Wolffenbüttel/ Auff dem Fürstl. Residentz Hause gehalten worden. [Wolfenbüttel 1671?]. 14 ungezählte Seiten, 4° [Erworben von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Signatur: Xb 10622]

Titelblatt  "Ballet" Ballett, Welches von der Sämptlichen Braunschweig-Lüneburgischen Jungen Herrschafft Zu Ehren/ und in Gegenwart Des Durchleichtigsten Fürsten und Herren/ Herrn Julij Frantz, Hertzogen zu Sachsen/ Engern und Westphaln, wie auch deroselben Hoch-Fürstlichen Gemahlin […] Zu Wolffenbüttel/ Auff dem Fürstl. Residentz Hause gehalten worden. [Wolfenbüttel 1671?]. 14 ungezählte Seiten, 4° [Erworben von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Signatur: Xb 10622]

Beim Besuch von Herzog Julius Franz (1641-1689) und seiner Gemahlin Maria Hedwig Augusta von Sachsen-Lauenburg (1650-1681) in Wolfenbüttel führten am 8. Dezember 1671 "sämtliche junge Herrschaften zu Braunschweig-Lüneburg" ein Ballett zu Ehren der Gäste auf. Ein kleines Heftchen im Quartformat verzeichnet die 17 Entrées, Rollen und Namen der Tänzer. Das Druckwerk gilt aktuell als unikal überliefert und ist damit eine wichtige Quelle – nicht nur für die Tanzdarbietung dieses Tages in Wolfenbüttel, sondern darüber hinaus auch als Zeugnis der höfischen Tanzkultur insgesamt.
Diese entwickelte sich im Laufe des 17. Jahrhunderts auch im deutschen Sprachraum nach französischem Vorbild zu einem beliebten Medium der Repräsentation. Tatsächlich war es üblich, dass die Mitglieder der fürstlichen Familien in den Aufführungen selbst mittanzten und Tanzunterricht daher selbstverständlich zur Ausbildung der jungen Adeligen gehörte. Der Wolfenbütteler Hof verfügte im Besonderen über eine lange Tradition der Tanzdarbietungen, die zu Lebzeiten Anton Ulrichs (1633-1714) zur Blüte gelangte. Gleich mehrere Ballett-Dichtungen aus seiner Feder sind überliefert.
Die anonym publizierte Aufführung von 1671 vereint zeittypisch allegorische und mythologische Elemente: Als Götterbote leitet Merkur die Aufführung ein. Bauern und Bürger, Handwerker, Künstler und verschiedenen höfischen Gefolgsleuten machen dem Besucherpaar nach und nach ihre Aufwartung. Unter ihnen tritt auch der Erbprinz August Friedrich (1657-1676) in der Rolle des Sonnengottes Apoll im Tanz mit der Personifikation des Friedens auf, welcher so als conditio sine qua non für das Wohl der Künste figuriert. Die bislang nur in diesem Exemplar bekannte Schrift konnte aus einem US-amerikanischen Fachantiquariat für die Sammlung Deutscher Drucke 1601-1700 erworben werden.

Buch des Monats Juli 2018:
Jörg Wickram: Der Goldfaden. Ein gantz lieblich und kurtzweilige History, von eines Armen Hirten Son, Lewfrid genant, welcher auß fleissigem Studieren, Dienstbarkeit und seinen Ritterlichen Thaten eines Graven Tochter uberkam […]. – Frankfurt am Main : Weigand Han, um 1560]. – [135] Bl., Titelholzschnitt, Textholzschnitte
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Res/P.o.germ. 2107 p)

Titelblatt Jörg Wickram: Der Goldfaden. Jörg Wickram: Der Goldfaden. Ein gantz lieblich und kurtzweilige History, von eines Armen Hirten Son, Lewfrid genant, welcher auß fleissigem Studieren, Dienstbarkeit und seinen Ritterlichen Thaten eines Graven Tochter uberkam […]. – Frankfurt am Main : Weigand Han, um 1560]. – [135] Bl., Titelholzschnitt, Textholzschnitte
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Res/P.o.germ. 2107 p)

"Der Goldfaden", einer der beliebtesten Prosaromane des 16. Jahrhunderts, schildert den sozialen Aufstieg des armen Hirtensohnes Lewfrid, der aufgrund seiner ritterlichen Tugenden und heldenhaften Taten geadelt wird, die Tochter eines Grafen ehelicht und als Herr über die Grafschaft ein gottgefälliges Leben führt.
Lewfrid, der seinen Namen einem bei der Herde seines Vaters auftauchenden zahmen Löwen verdankt, wird von dem Kaufmann Hermanus und dessen Frau aufgezogen. Als er sich in die Dienste eines Grafen begibt, macht dieser ihn aufgrund seines schönen Gesangs zum Diener seiner Tochter Angliana. Lewfrid verliebt sich in die Grafentochter, die ihm zur Prüfung seiner Liebe einen Goldfaden zur Aufbewahrung schenkt. Lewfrid näht sich diesen als Liebespfand in eine Wunde auf seiner Brust ein und gewinnt so die Liebe der Grafentochter. Aufgrund des Standesunterschieds bedarf es jedoch erst zahlreicher Bewährungsproben, anhand derer sich Lewfrid über alle Standesgrenzen hinweg als der gräflichen Familie ebenbürtig erweist, die Achtung und Zustimmung des Grafen gewinnt und schließlich die Hand Anglianas erlangt. Nach dem Dahinscheiden des Grafen wird Lewfrid Herr über die Grafschaft.

"Der Goldfaden" kennzeichnet die Entwicklung der höfischen Erzählweise hin zum deutschen bürgerlichen Prosaroman. In einer Aneinanderreihung einzelner Episoden, Elementen des höfisch-ritterlichen Romans sowie von Liedeinlagen im Stil des Meistersangs wird anhand des Werdegangs Lewfrids dargestellt, wie der Tugendadel an die Stelle des Adels von Geblüt tritt. Clemens Brentano, der das Werk als "kulturhistorisches Dokument" schätzte, veranlasste 1809 eine Neuausgabe.

"Der Goldfaden" ist das zweite größere Prosawerk des Colmarer Autors Jörg Wickram (um 1505-um 1562), der insbesondere als Verfasser der Schwanksammlung "Rollwagenbüchlein" (1555) bekannt wurde und in seinen späteren Lebensjahren als Stadtschreiber in Burkheim wirkte.

Buch des Monats Juni 2018:
Hector Berlioz: Symphonie fantastique : op.14 : Autograph Bibliothèque nationale de France / Hector Berlioz ; commentary by Hugh Macdonald. – Kassel : Bärenreiter, 2017. – 1 Partitur (292, 12 Seiten) ISBN 978-3-7618-1601-1 Halbleder
(Als Pflichtexemplar erworben im Deutschen Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek; Signatur M 2018 CC 28, IDN 1155865391)

Cover des Buchs: Hector Berlioz: Symphonie fantastique Hector Berlioz: Symphonie fantastique : op.14 : Autograph Bibliothèque nationale de France  / Hector Berlioz ; commentary by Hugh Macdonald. – Kassel : Bärenreiter, 2017. – 1 Partitur (292, 12 Seiten) ISBN 978-3-7618-1601-1 Halbleder
(Als Pflichtexemplar erworben im Deutschen Musikarchiv der Deutschen Nationalbibliothek; Signatur M 2018 CC 28, IDN 1155865391)

Dieses hochwertige Faksimile der autographen Partitur von Berlioz` Symphonie fantastique ist als Pflichterwerbung in die Sammlung des Deutschen Musikarchivs der Deutschen Nationalbibliothek eingegangen.

"Liebe und Wahn, Zartes und Derbes bis hin zur Groteske – Hector Berlioz ließ kein Extrem aus, weder in seinem Leben noch in seinem Werk. Eine umschwärmte Frau durchzieht als musikalische "Idée fixe" die Symphonie fantastique: ein Werk, das dem Komponisten zum Durchbruch verhalf und bis heute ungebrochen populär ist.
Gleichzeitig wirkte die meisterliche Kompositionsweise, besonders die originelle Instrumentation, bis ins 20. Jahrhundert hinein. Bis zur endgültigen Fassung nahm Berlioz über mehrere Jahre Revisionen vor.
In die autographe Partitur, die auch bei Aufführungen benutzt wurde, fügte er viele dieser Änderungen dadurch ein, dass er die jeweiligen Takte oder Stimmen mit Papierstreifen überklebte.
Das Faksimile im hochwertigen Vierfarbdruck gibt die Handschrift so wieder, wie sie heute vorliegt: mit den Papierstreifen, die sich aufklappen lassen, sodass beide Versionen sichtbar sind.

Hugh Macdonald, General Editor Hder Neuen Berlioz-Ausgabe, erläutert die Entstehung des Werkes und stellt besondere Stellen jedes Satzes exemplarisch vor."
Quelle https://www.baerenreiter.com/shop/product/details/BVK1601/

Buch des Monats Mai 2018:
August Endell: Um die Schönheit. Eine Paraphrase über die Münchener Kunstausstellungen 1896. – 2. Auflage, 2. u. 3. Tausend. – München : Franke & Haushalter, 1896. – 29 Seiten.
(Erworben von der Staatsbibliothek zu Berlin, Sammlung Graham Dry)

Titelblatt: August Endell: Um die Schönheit. Eine Paraphrase über die Münchener Kunstausstellungen 1896 August Endell: Um die Schönheit. Eine Paraphrase über die Münchener Kunstausstellungen 1896. – 2. Auflage, 2. u. 3. Tausend. – München : Franke & Haushalter, 1896. – 29 Seiten.
 (Erworben von der Staatsbibliothek zu Berlin, Sammlung Graham Dry)

Der Berliner Architekt und Kunstkritiker August Endell (1871-1925) bespricht hier nicht nur die Münchener Kunstausstellungen, er hat auch den Umschlag der Broschur entworfen: Die starke Graphik wirkt unheimlich und erinnert an einen Kraken oder eine Spinne - weniger an die eigentlich dargestellte Orchideenblüte.

Dieses Heft ist ein frühes und sehr ungewöhnliches Beispiel für den deutschen Jugendstil in der Buchgestaltung. Es stammt aus der Sammlung Graham Dry, die die Staatsbibliothek zu Berlin kürzlich erworben hat: Über 11.000 Bände vor allem deutscher Verlagserzeugnisse des Jugendstils in Originaleinbänden, geordnet nach den Buch- und Einbandgestaltern.

Wer mehr über diese Orchidee und die Sammlung erfahren möchte, sei auf die Titelgeschichte des Bibliotheksmagazins 2/18 verwiesen.

Buch des Monats April 2018:
Die Geschichte von Gustav, dem naschhaften Knaben, der gerne Kirschen haben wollte, und der getrieben von diesem Verlangen in Klausen’s Garten sich vergangen : wie er alsdann zur Einsicht gekommen und nie mehr fremdes Gut genommen : in 6 brillant colorirten Bildern. – Eßlingen : Verlag von J.F. Schreiber, [ca. 1865]. – 2 ungezählte Seiten, 4 ungezählte Blätter, 2 ungezählte Seiten, 6 ungezählte Blätter Tafeln. – (Schreiber’s Kinderbücher ; 1)
(Erworben von der Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg, Frankfurt am Main, Sign.: Sq 5/W 86)

Titelblatt: Schreibers Kinderbücher Nr.1 "Die Geschichte von Gustav dem naschhaften Knaben Die Geschichte von Gustav, dem naschhaften Knaben, der gerne Kirschen haben wollte, und der getrieben von diesem Verlangen in Klausen’s Garten sich vergangen : wie er alsdann zur Einsicht gekommen und nie mehr fremdes Gut genommen : in 6 brillant colorirten Bildern. – Eßlingen : Verlag von J.F. Schreiber, [ca. 1865]. – 2 ungezählte Seiten, 4 ungezählte Blätter, 2 ungezählte Seiten, 6 ungezählte Blätter Tafeln. – (Schreiber’s Kinderbücher ; 1)
(Erworben von der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main. Signatur: Sq 5/W 86)

Die anonym erschienene moralisierende Geschichte in Reimen von "Gustav dem naschhaften Knaben", der des Nachbarn Kirschen stiehlt und auf der Flucht in eine Fuchsfalle tappt, ist der erste Band der Schriftenreihe "Schreiber’s Kinderbücher". Der Erfolg der Reihe fußte im Wesentlichen auf jeweils sechs in leuchtenden Farben gedruckten Chromolithografien, die teilweise von Hand nachkoloriert wurden. Die grelle Farbigkeit als Kontrast zu dem mattschwarzen Hintergrund der Konturplatte verleiht der Darstellung eine bis dahin in der Kinderbuchillustration nicht gekannte Tiefe und Brillanz. Im Prinzip wurde jeweils eine Farbe von einem Stein gedruckt, die einzelnen Farbabzüge ergaben im passgenauen Druck das fertige Bild. Text und Illustrationen sind getrennt voneinander auf verschiedene Papierstärken gedruckt, da es sich um unterschiedliche grafische Techniken handelt, der Letterndruck als Hochdruck- und die Lithografie als Flachdruckverfahren.

Der Zeichenlehrer und Lithograf Jakob Ferdinand Schreiber (1809-1867) gründete 1831 in Esslingen mit einem Grundstock von 44 Lithografiesteinen den "Verlag und Lithographische Anstalt J.F. Schreiber", der rasch expandierte und insbesondere ab 1840 mit großem Erfolg illustrierte Kinderbücher, Malbücher und naturkundliche Sachbücher veröffentlichte, an dem Schreibers Teilhaber und Autor Karl Thienemann wesentlichen Anteil hatte, ehe dieser 1849 in Stuttgart seinen eigenen Kinder- und Jugendbuchverlag gründete. Nach dem Tod J.F. Schreibers führte sein Sohn Ferdinand den Verlag weiter, wobei Bilderbücher immer im Zentrum des Verlagsprogramms standen. Bekannt ist der Verlag J.F. Schreiber auch für Plakat- und Reklamedrucke und für seine Wandlehrtafeln für Schulen. Das von der UB Frankfurt erworbene Buch trägt im Übrigen die Buchhändlermarke von Friedrich Klincksieck, der bekannten Pariser Buchhandlung, die im 19. Jahrhundert vorrangig deutschsprachige Literatur führte.

Buch des Monats März 2018:
S. L. Hegrad: Geographisches Spiel für die Jugend, [Wien: Sebastian Hartl] 1783. – 2 Bde. (deutsch: 124 Seiten, französisch: 122 Seiten) und 30 (statt 32) gestochene und kolorierte Spielkarten im Schuber. Signatur: DD2018 A 16

Kartenspiel: Geographisches Spiel für die Jugend S. L. Hegrad: Geographisches Spiel für die Jugend, [Wien: Sebastian Hartl] 1783. – 2 Bde. (deutsch: 124 Seiten, französisch: 122 Seiten) und 30 (statt 32) gestochene und kolorierte Spielkarten im Schuber. Signatur: DD2018 A 16

Das "Geographische Spiel für die Jugend" von S. L. Hegrad besteht aus 30 (von ursprünglich 32) gestochenen und kolorierten Spielkarten in einem zweiteiligen Schuber. Dazu gehören zwei Duodez-Bände, die die Spielanleitung und weiterführende geographische und politische Informationen zu den Karten in deutscher und französischer Sprache enthalten. Auf den Spielkarten sind die geographischen Umrisse jeweils eines europäischen Staates abgebildet. Das Spielprinzip ist relativ einfach, wie die Anleitung erläutert: Ein Spieler "macht durch das Ausspielen einer Karte, von der er sich zu befreyen wünschet, den Anfang, der nächstfolgende muss alsdenn das nächst angränzende Land darauflegen: kann er nicht, so wird er für dießmal übergangen […]". Die größeren Staaten – die Quadratmeilen sind auf den Karten angeführt – stechen die kleineren Staaten, weitere Karten von Kontinenten und der gesamten Weltkugel dienen als Joker. Gewonnen hat, wer als Erster keine Karten mehr in Händen hält.

Über den Autor ist nichts bekannt. Johann Georg Meusels "Gelehrtes Teutschland" ordnet das Werk im 4. Nachtrag zur 4. Ausgabe 1791 dem Wiener Schriftsteller Friedrich Hegrad (1757–1809) zu, korrigiert diesen Eintrag dann in der 5. Ausgabe (Bd. 3, 1797) aber nur insoweit, als mit einem Sternchen kenntlich gemacht wird, dass dieses Werk unter einem anderen Namen veröffentlicht wurde. Zwar hatte Friedrich Hegrad anonym oder unter anderen Namen veröffentlicht, so z. B. als Gottlieb Herze oder als Veit Dorn von Dornbusch, doch hatte es sich dabei um Schriften gehandelt, in denen er antiklerikale Ansichten geäußert hatte. Der Wiener Statistiker und Publizist Ignaz de Luca (1746–1799), ein Zeitgenosse Hegrads, charakterisierte ihn in seinem Werk "Wiens gegenwärtiger Zustand unter Josephs Regierung" (1787) als "durch Gedichte und Romanzen bekannt". Da sich Friedrich Hegrad nicht mit kartographischen Themen befasst hat, ist es eher unwahrscheinlich, dass es sich bei S. L. Hegrad und Friedrich Hegrad um ein und dieselbe Person handelt.

S. L. Hegrad hatte die hier vorliegende erste Ausgabe seines Werkes durch Bezahlung im Voraus, die im 18. Jahrhundert verbreitete "Pränumeration", finanziert und zugesagt, dass das Spiel am 1. September 1783 erscheinen werde. Am 19. August 1783 teilte er seinen Pränumeranten über die Tageszeitung "Das Wienerblättchen" jedoch mit, dass sich die Veröffentlichung noch bis Ende September hinziehen werde, da ihn bislang "wichtige Vorfälle daran gehindert" hätten. Kurz darauf muss das Spiel dann tatsächlich erschienen sein, denn am 9. März heißt es in einer Rezension in der "Realzeitung der Wissenschaften, Künste und der Kommerzien": "Gegenwärtiges geographisches Spiel, wovon die Erfindung so einfach, die Absicht so nützlich, und die Ausführung rühmlich ist, wird jedem Freund der Erdbeschreibung angenehm sein."
1788 erschien eine zweite Ausgabe des Spiels. Die über die Sammlung Deutscher Drucke erworbene Erstausgabe von 1783 war bislang weltweit nicht nachgewiesen.

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