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Willkommen bei der AG Sammlung Deutscher Drucke

In der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke (AG SDD) kooperieren sechs Bibliotheken, um eine umfassende Sammlung der gedruckten Werke des deutschen Sprach- und Kulturraums vom Beginn des Buchdrucks bis in die Gegenwart aufzubauen, zu erschließen, der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und für künftige Generationen zu bewahren.

Dadurch entsteht eine verteilte Nationalbibliothek, in der die beteiligten Bibliotheken für einzelne Zeitsegmente verantwortlich sind.

1450 - 1600 Bayerische Staatsbibliothek München (Notendrucke bis 1800) (Vorsitz)
1601 - 1700Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
1701 - 1800Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
1801 - 1870Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main
1871 - 1912 Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (Landkarten und Zeitungen: 1801 - 1912, Notendrucke: 1801 - 1945)
1913 ff.Deutsche Nationalbibliothek

Letzte Änderung: 01.11.2017

Buch des Monats November 2017:
Röhrig, Else: Schlaflied im Kriege. Worte von Karl Röhrig. – Berlin : Germania-Verlag, 1916. – 3 Seiten.
(Erworben von der Staatsbibliothek zu Berlin. Signatur: 678 an @DMS 170372 : Mus)

Cover des Heftes "Röhrig, Else: Schlaflied im Kriege. Worte von Karl Röhrig." Röhrig, Else: Schlaflied im Kriege. Worte von Karl Röhrig. – Berlin : Germania-Verlag, 1916. – 3 Seiten.
(Erworben von der Staatsbibliothek zu Berlin. Signatur: 678 an @DMS 170372 : Mus)

Die Musikabteilung der SBB PK besitzt eine mehrere Regalmeter umfassende Sammlung von Liedern und Instrumentalstücken zum Ersten Weltkrieg. Es handelt sich um Belegexemplare teilweise kleinster Verlage, die einhergehend mit der allgemeinen Kriegsbegeisterung massenweise Soldaten- und Kriegslieder in unterschiedlichster Besetzung produzierten.

Anders als die meisten Kriegslieder der Sammlung handelt es sich hier nicht um ein aufpeitschendes Kampflied, sondern um ein einfaches ruhiges Strophenlied für einen kleinen Jungen, dessen Vater an der Front ist. Das Lied steht in der entlegenen Tonart Des-Dur und gibt eine idyllische, ruhige Atmosphäre wieder, die trotz der Einfärbungen nach f-Moll nicht zur dritten und vierten Strophe des Gedichtes passen will:

"[...] Krieg und Tod tobt draussen, und Stürme brausen. Doch für dich soll Frieden sein, und nichts Böses dringt herein. Lieber Gott, laß werden Frieden bald auf Erden. Und mein Bübchen werd’ ein Mann, der den Feind bezwingen kann. Stille wird’s im Stübchen. Schlafe sanft mein Bübchen. Mach die hellen Äuglein zu, schlafe sanft, du Liebling du."

Dass der Text an ein Gebet erinnert, verwundert nicht, da der Textdichter Karl Röhrig (1866-1927) auch Pfarrer war. Er hat 1915 auch einen Band mit Kriegsgedichten "Kriegsfanfaren" verfasst. Das Zimmer auf dem Titelblatt wirkt beinahe biedermeierlich. Das große schwarze Fenster, vor dem der Säugling in der Wiege mit dem ernsten Gesicht eines Erwachsenen ruht, wirkt fast bedrohlich. .

Buch des Monats Oktober 2017:
Mekarski, Victor Edler von Menk: Notizen über Gymnastik in vorzugsweiser Beziehung auf die zweckmäßige Anwendung der kalten Bäder in offenen Wässern und der Schwimmkunst : mit besonderer Rücksicht auf die öffentlichen Donau-Bade-Anstalten. – Wien : gedruckt bey Ant. v. Haykul, 1831. – 216 Seiten.
(Erworben von der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main. Signatur: 18/27198)

Titelblatt: Mekarski, Victor Edler von Menk: Notizen über Gymnastik in vorzugsweiser Beziehung auf die zweckmäßige Anwendung der kalten Bäder in offenen Wässern und der Schwimmkunst : mit besonderer Rücksicht auf die öffentlichen Donau-Bade-Anstalten Mekarski, Victor Edler von Menk: Notizen über Gymnastik in vorzugsweiser Beziehung auf die zweckmäßige Anwendung der kalten Bäder in offenen Wässern und der Schwimmkunst : mit besonderer Rücksicht auf die öffentlichen Donau-Bade-Anstalten. – Wien : gedruckt bey Ant. v. Haykul, 1831. – 216 Seiten.
(Erworben von der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main. Signatur: 18/27198)

Der Wiener Arzt Victor Mekarski Edler von Menk preist in seinem Buch die Wohltaten des Badens in kalten Gewässern, insbesondere in der Donau. Während das Warmbaden unweigerlich "Unlust, Trägheit, eine Art widernatürlicher Empfindlichkeit" nach sich ziehe, ermögliche die kühlere Temperatur und der sich "stets erneuernde Wellenschlag … Behaglichkeit, Lebhaftigkeit und Abhärtung". Dr. Mekarskis Abhandlung ist aber kein Schwimm-Lehrbuch, denn "das Schwimmen muß practisch erlernt werden … ein theoretischer Unterricht würde nichts fruchten", stattdessen werden in 176 Paragrafen "grundlegende Dinge der Schwimmkunst" beschrieben, z.B. "Meinungen berühmter Ärzte über diesen Gegenstand", "die physicalisch-chemischen Eigenschaften des Donauwassers" aber auch praktische Hinweise, etwa wo man die besten Badestellen findet und zu welcher Tages- oder Jahreszeit das Baden besonders zu empfehlen sei.

Der sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts wandelnde Naturbegriff führte zu einer Blüte der Balneologie, Hydrotherapie, Gymnastik und allgemeinen Gesundheitsvorsorge. Bereits 1810 wurde in Wien ein "Frey-Bad" eröffnet, dass sich allerdings nur "jedem Alter des männlichen Geschlechts unentgeldlich … darbiethet", wobei in späteren Abhandlungen darauf hingewiesen wird, dass "sich Jedermann einer Schwimmhose zu bedienen" habe. Geschlossene Badehütten, Schiffsbäder und ab 1831 eine vor neugierigen Blicken geschützte „Damenschwimmschule" standen auch "dem weiblichen Geschlechte" zur Verfügung, wobei diesen "furchtsamen Schönen" ohnehin nur "vom erfahrenen Arzte" unter Einbeziehung "aller obwaltenden Umstände und nur unter bestimmten Verhältnissen der gewöhnliche Gebrauch kalter Bäder gestattet" werden kann. Doch letztlich gilt für alle Badende: "Wer badet und trinket so kalt wie der Fisch/ Der bleibet, wie er, so gesund und frisch."

Buch des Monats September 2017:
[Anonym], Alkmeen und Menalippe. Eine Geschichte der russischen Vorwelt […], hrsg. von E. W. Lauffs, Köln: Oedenkoven und Thiriart, 1799 [1800]. – 3 Bl., 131 Seiten (1. Teil), 148 Seiten (2. Teil)
(Erworben von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Signatur: DD2017 A 33)

Titelblatt von Alkmeen und Menalippe., hrsg. von E. W. Lauffs, Köln: Oedenkoven und Thiriart, 1799 [1800] [Anonym], Alkmeen und Menalippe. Eine Geschichte der russischen Vorwelt […], hrsg. von E. W. Lauffs, Köln: Oedenkoven und Thiriart, 1799 [1800]. – 3 Bl., 131 Seiten (1. Teil), 148 Seiten (2. Teil)
(Erworben von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Signatur: DD2017 A 33)

Die Erzählung berichtet von der Liebesbeziehung zwischen dem skytischen Prinz Alkmeen und Menalippe, Tochter des Dezebal, Königs von Dazien. Da Dazebal von Alkmeens Vater Orontes getötet wurde und dieser damit über Dazien herrscht, sieht Menalippe in Alkmeen nur den Abkömmling einer feindlichen Besatzungsmacht. Die beiden begegnen sich jedoch, während Alkmeen unter falscher Identität durch Dazien reist, und verlieben sich in einander.

Gedruckt wurde das Buch von den Kölner Druckern und Verlegern Caspar Oedenkoven und Theodor Franz Thiriart; als Erscheinungsjahr ist auf dem Titelblatt 1799 angegeben, das Vorwort des Herausgebers E. W. Lauffs ist jedoch auf den 24.Juli 1800 datiert. Zusammen mit diesem Exemplar des Buches hat sich ein Brief Lauffs erhalten, dessen Inhalt vermuten lässt, dass Lauffs auch der Autor der Erzählung ist. Adressiert ist der vom 29. April 1804 stammende Brief an einen unbekannten Herzog, den Lauffs sehr umständlich um eine bezahlte Anstellung bittet.

Während Lauffs seinen Roman im Brief als ein Werk anpreist, das "von dem vornehmsten Gesichtspunkte der Philosophie ausgeht", kommt ein Rezensent in den Ergänzungsblättern der Allgemeinen Literatur-Zeitung 1801 zu der vernichtenden Einschätzung, dass es sich um ein "grotestkes Machwerk" handele: "Von der Fabel […] eine Skizze zu geben, wäre zwecklos, da das Ganze ungenießbar ist."

Bislang war weltweit kein Exemplar des Buches nachgewiesen.

Buch des Monats August 2017
Salomon Liscovius: Christlichen Frauen-Zimmers Geistlicher Tugend-Spiegel. Zur Ubung heiliger Gottseligkeit aus Heiliger Schrifft nach Anleitung etlicher Tugendhafften Weibes-Bilder […]. – Leipzig, Zeidler für Christoph Klinger 1697. 766 Seiten, 13 ungezählte Blätter Bildtafeln, Titelblatt in Rot- und Schwarzdruck, Kupfertitel.
(Erworben von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel; Signatur: Xb 12° 264)

Einband der Liedersammlung "Christlichen Frauen-Zimmers Geistlicher Tugend-Spiegel" Salomon Liscovius:  Christlichen Frauen-Zimmers Geistlicher Tugend-Spiegel. Zur Ubung heiliger Gottseligkeit aus Heiliger Schrifft nach Anleitung etlicher Tugendhafften Weibes-Bilder […]. – Leipzig, Zeidler für Christoph Klinger 1697. 766 Seiten, 13 ungezählte Blätter Bildtafeln, Titelblatt in Rot- und Schwarzdruck, Kupfertitel.
(Erworben von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel; Signatur: Xb 12° 264)

Salomon Liscovius (1640–1689), der als Pastor in Sachsen tätig war, gehörte als gekrönter kaiserlicher Poet zu den bekannten Dichtern des lutherischen Kirchenliedguts. Seine Lieder, die "sich durch ihre Innigkeit und Tiefe, wie durch ihre schöne und fließende Sprache" auszeichnen (ADB 16, 1863), wurden bereits früh in lutherische Gesangbücher aufgenommen.

Liscovius selbst hat keine Sammlung seiner Lieder herausgegeben, doch fanden sie in größerem Umfang Eingang in das vorliegende Werk "Christlichen Frauen-Zimmers Geistlicher Tugend-Spiegel", das erstmals 1672 veröffentlicht wurde.

Der Band im für Erbauungsliteratur typischen Kleinformat weist neben einem Kupfertitel dreizehn Kupfertafeln auf und ist in einen grün-rot gepunzten Ledereinband gefasst, der auf Vorder- und Rückdeckel sowie dem Rücken mit Plattenstempeln (Rosen und Blumenornament) und im Schnitt durchgehend mit floralen Mustern geschmückt ist.

Im VD 17 wurden bisher nur zwei frühere, ebenfalls in Leipzig gedruckte Ausgaben nachgewiesen. Diese nun antiquarisch erworbene spätere Ausgabe war bibliographisch unbekannt. Zusammen mit weiteren Ausgaben verdeutlicht sie das breite Interesse an diesem Werk.

Buch des Monats Juli 2017:
Minna’s frohe Empfindungen am Klavier. Ein Neujahrsgeschenk der Freundschaft und Liebe. – Speyer : Bossler, 1788. – Partitur, 30 Seiten
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Mus.pr. 2015.425)

Minna’s frohe Empfindungen am Klavier. Ein Neujahrsgeschenk der Freundschaft und Liebe. – Speyer : Bossler, 1788. Minna’s frohe Empfindungen am Klavier. Ein Neujahrsgeschenk der Freundschaft und Liebe. – Speyer : Bossler, 1788. – Partitur, 30 Seiten
(Erworben von der Bayerischen Staatsbibliothek München, Signatur: Mus.pr. 2015.425)

Der musikalische Verlag von Heinrich Philipp Carl Bossler in Speyer war nicht nur das Sprachrohr der Mannheimer Tonschule. Als Urheber vieler "Musikalischer Anthologien", "Blumenlesen" und weiterer Sammelwerke für die gehobene musikalische Unterhaltung wurde Bossler in den 1780er Jahren zum einflussreichen süddeutschen Verleger für Werke der Pfälzer, badischen und bayerischen Kapellmeister und Hofkomponisten, wie zum Beispiel Antonio Rosetti und Joseph Aloys Schmittbauer. Die bislang nur in einem Exemplar bekannte, 1788 veröffentlichte Sammlung "Minna’s frohe Empfindungen am Klavier" ist ein kleines, höchst geschmackvoll gestaltetes Bändchen im Oktavformat. Es enthält vier kurze Klavierstücke, in der Hauptsache aber 12 empfindsame Klavierlieder von Antonio Rosetti, Joseph Haydn und Leopold Koželuch, die das Thema der Liebessehnsucht umkreisen. Das Lied "Huldigung" auf ein Gedicht von Ludwig Hölty hat Antonio Rosetti mit einer Begleitung von Violine und Klavier vertont und damit den Bogen von der Kammerkantate zum ensemblebegleiteten Lied im frühen 19. Jahrhundert geschlagen, dessen berühmteste Vertreter Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven sind. Ganz aus dem Rahmen fällt der mit Tinte geschriebene Nachtrag auf der Schlußseite 30: Die leeren Notenzeilen wurden für eine fragmentarische Notiz des Liedes "Hänschen klein" mit akkordischer Begleitung genutzt.

Buch des Monats Juni 2017:
Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie. - Jerusalem : The Hebrew University of Jerusalem, 2015. - 45 [i.e. 46] leaves : facsimile ; 43 cm
Erworben von der Deutschen Nationalbibliothek (Sammlung Künstlerische Drucke am Standort Leipzig) Signatur: XI B 1586

 Einstein, Albert: Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie  (Faksimile in einer Triptychon-Kasselte) Einstein, Albert 1879-1955:
Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie. - Jerusalem : The Hebrew University of Jerusalem, 2015. - 45 [i.e. 46] leaves : facsimile ; 43 cm (IDN 1130610551)

Der israelische Herausgeber Ido Agassi (Buchkünstler, Buchbinder und Restaurator) beschreibt die Entstehung dieses Faksimiles: "Durch die Arbeit als Restaurator von Albert Einsteins Privatbibliothek in Jerusalem stieß ich auf das Manuskript der Relativitätstheorie. Nachdem ich diese aufregenden 46 Seiten durchgesehen hatte, realisierte ich dass nie zuvor ein Faksimile davon erstellt worden war und diese bedeutende Handschrift, mit all ihren Anfügungen und Kommentaren und in ihrer ungewöhnlichen Erscheinung von unterschiedlich großen überformatigen Papieren, dadurch für kaum jemanden sichtbar ist. Nach langen Verhandlungen bekam ich die Erlaubnis für die Faksimilierung dieses großartigen Manuskripts. Es wird in einer limitierten Auflage erscheinen die den 100. Geburtstag des Manuskripts ehrt."

Albert Einstein überließ das Manuskript der Hebrew University in Jerusalem als Geschenk zum Anlass ihrer Gründung 1925.

Das 46seitige Faksimile ist auf 110g Papier gedruckt. Jede Seite ist handbeschnitten um die Originalgrösse und Originalkanten des Manuskriptseiten widerzugeben.Die Auswahl des Materials und der Farben machen das Faksimile sowohl optisch wie haptisch so authentisch wie möglich. Das Faksimile liegt in einer mit dunkelblauer Seide bezogenene Triptychon-Kassette, die extra auf die unterschiedlichen Überformate der 46 Blatt abgestimmt wurde.

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