Navigation und Service

Ausgewählte Erwerbungen der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz

(1871 - 1912)

Katscher, Berta: Soldatenkinder : eine Erzählung für die reifere Jugend / von Bertha Katscher. Mit 3 feinen Farbdruckbildern von E. Klein
Stuttgart : Süddeutsches Verlags-Inst., [1897].  - 112 S. : Ill.
(Signatur: 53 MA 506927)

Einband von Katscher, Soldatenkinder Katscher, Berta: Soldatenkinder : eine Erzählung für die reifere Jugend / von Bertha Katscher. Mit 3 feinen Farbdruckbildern von E. Klein
Stuttgart : Süddeutsches Verlags-Inst., [1897].  - 112 S. : Ill.
(Signatur: 53 MA 506927)

Im Deutschen Reich war in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts das Thema Militär in allen Bereichen der Kinder- und Jugendliteratur präsent. Einen zusätzlichen Anstoß zur Publikation von Kriegserzählungen gab der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71. Der Sieg über den „Erbfeind“ Frankreich stärkte das Nationalgefühl und führte zu einer Welle von Kriegserzählungen, in denen soldatische Tugenden verherrlicht wurden.

Obwohl der Titel „Soldatenkinder“ darauf hindeutet, dass es sich auch bei diesem Band um eine patriotische Jugenderzählung handelt, gehört Berta Katschers Buch zu den wenigen pazifistischen Publikationen dieser Zeit. Die aus Ungarn stammende Autorin, die nach ihrer Eheschließung mit dem Journalisten und Pazifisten Leopold Katscher in London, Berlin, Wien und Budapest lebte, schildert die Erlebnisse dreier junger Menschen in der Zeit des Russisch-Osmanischen Krieges. Der junge Leutnant Oskar, der aus einer Offiziersfamilie stammt und voller Begeisterung für das Militär ist, wird nach dem Berliner Kongress im Dienst der österreichischen Armee nach Sarajewo abkommandiert. Dort erlebt er in Auseinandersetzungen mit der türkischen Bevölkerung die verheerenden Folgen des Krieges und fällt selbst einem Attentat zum Opfer. Für seinen Grabstein wünscht sich Oskar, der aus eigener Anschauung die Sinnlosigkeit des Krieges erkannt hat, die Inschrift: „Frieden, Frieden sei der Menschheit Losungswort“.  Seine Schwester Dori und sein Freund Fritz, die bereits Kriegsgegner waren, widmen sich beim Roten Kreuz der Pflege der Verwundeten.  „Soldatenkinder“ steht in der Tradition von Bertha von Suttners pazifistischem Roman „Die Waffen nieder!“, von dem im gleichen Erscheinungsjahr eine Bearbeitung für die Jugend unter dem Titel „Martha’s Tagebuch“ erschien.  Das Jugendbuch „Soldatenkinder“  ist ein interessantes Zeitdokument und stellt eine sinnvolle Ergänzung des umfangreichen Bestandes an Kinder- und Jugenderzählungen der Jahrhundertwende in der Staatsbibliothek zu Berlin dar.

Letzte Änderung: 01.11.2018

Diese Seite

Schriftbanner mit KIM Kompetenzzentrum Interoperable Metadaten